Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 77
DOI: 10.1055/s-0038-1670978
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Endokrinologie und Reproduktionsmedizin I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Periostin-Profil bei Patientinnen mit konsekutivem Abort in der Frühschwangerschaft

A Freis
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
J Schlegel
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
RJ Kuon
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
A Doster
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
J Jauckus
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
T Strowitzki
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
,
A Germeyer
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Heidelberg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einleitung:

Aborte sind eine der häufigsten Pathologien in der Frühschwangerschaft. Periostin (PER), dessen Spiegel vor allem bei inflammatorischen Prozessen erhöht ist, übt wichtige lokale Effekte während der Implantation und der Frühschwangerschaft aus. Da PER in verschiedenen medizinischen Konditionen als Biomarker beschrieben wurde, soll diese Studie evaluieren, inwiefern systemische Veränderungen bei asymptomatischen Patientinnen mit konsekutivem Abort in der Frühschwangerschaft vorhanden sind.

Methoden:

41 Frauen (18 – 42 Jahre) ohne relevante Nebenerkrankungen mit positivem Schwangerschaftstest (SST) nach IVF/ICSI-Behandlung wurden in die Studie eingeschlossen. Serumproben wurden zum Zeitpunkt SST und Ultraschallkontrolle (US) gewonnen. Die Patientinnen wurden anhand des Outcomes in zwei Gruppen eingeteilt (1 = Abort im 1. Trimenon (n = 18); 2 = Kontrollgruppe (n = 23)). PER wurde mittels ELISA quantifiziert. Die statistische Analyse wurde unter Verwendung des Fisher-Exakt- und des T-Tests durchgeführt. p ≤0,05 wurde als signifikant gewertet.

Ergebnisse:

Bezüglich möglicher Einflussfaktoren (Alter, BMI, Embryoqualität) bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen. PER zeigte keine signifikanten Unterschiede zu den Zeitpunkten SST und US. Ermittelt man die zeitabhängigen Veränderungen der intraindividuellen Expression zwischen diesen beiden Zeitpunkten, zeigten Patientinnen mit konsekutivem Abort im Vergleich zur Kontrollgruppe einen signifikanten Anstieg der PER-Spiegel. Diese intraindividuellen Dynamiken waren sowohl in der absoluten (3622,5 ± 1768,47 pg/ml (Abortgruppe) vs. – 1750,29 ± 1447,38 pg/ml (Kontrollgruppe), p < 0,05), wie auch in der relativen Betrachtung (1,24 ± 0,12 (Abortgruppe) vs. 0,97 ± 0,06 (Kontrollgruppe), p < 0,05) signifikant verändert.

Diskussion:

Das zeitliche intraindividuelle PER-Profil in der Frühschwangerschaft ist bei Patientinnen mit konsekutivem Abort signifikant verändert. Dementsprechend kann PER nach entsprechender Validierung einen vielversprechenden Biomarker für Aborte darstellen.