Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 86
DOI: 10.1055/s-0038-1671007
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Gynäkologische Onkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Case report: HIPEC (Hyperthermie Intraperitoneale Chemoperfusion) mit Doxirubicin als adjuvante systemische Therapie nach stattgehabtem Uterussarkom-Morcellment

R Derihaci
1  Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kassel, Deutschland
,
S Younes
1  Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kassel, Deutschland
,
B Reith
1  Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kassel, Deutschland
,
M Radosa
1  Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kassel, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Ziel:

HIPEC (Hyperthermie Intraperitoneale Chemoperfusion) mit Doxirubicin als adjuvante systemische Therapie nach stattgehabtem Uterussarkom-Morcellment.

Material und Methoden:

Bei einer 49-jährige Patientin wurde am 07.11.2017 bei V.a. Vorliegen eines symptomatischen Uterus myomatosus eine laparoskopische suprazervikale Hysterektomie cum Salpingektomie beidseits durchgeführt. In der histologischen Aufarbeitung des morcellierten Uterus (263 g) zeigte sich ein schlecht differenziertes High-Grade-Leiomyosarkom (cT3c G3). Daraufhin erfolgte zunächst ein CT-Thorax-Abdomen-Becken. Hierbei zeigte sich kein Hinweis auf eine extrauterine Tumormanifestation.

Eine postoperative adjuvante konventionelle Chemotherapie (z.B. mit Iphosphamid, Adriamycin) wurde von der Patientin abgelehnt.

Daraufhin führten wir am 29.11.2017 eine operative Komplettierung mittels Längslaparotomie Zervixstumpf-Exstirpation, Spülzytologie, Omentektomie, Adnexektomie beidseits und eine intraperitoneale HIPEC mit Doxorubicin (15 mg/m2 Körperoberfläche) im Rahmen eines individuellen Heilversuches durch.

Ergebnis:

Peri- und Intraoperativ zeigen sich keine Komplikationen. Postoperativ zeigte sich ein regelhafter Heilungsverlauf. Histologisch zeigt sich kein Nachweis von vitalen weiteren Tumorproliferationen des bekannten Leiomyomsarkoms.

Bei Hormonrezeptor-positiven Leiomyosarkom initiierten wir eine adjuvante endokrine Therapie mit Tamoxifen 10 mg per os 1 x per diem zur Entlassung.

Die Patientin wurde am 12. postop Tag bei subjektivem Wohlbefinden entlassen.

Zusammenfassung:

Wir berichten über die nach unserem Wissen erste Anwendung einer adjutanten HIPEC-Therapie mit Doxorubicin als individueller Heilversuch nach stattgehabtem inzidentellen Uterussarkom-Mollcement. Es zeigte sich, dass eine soche Therapie technisch möglich ist und eine geringe Morbiditätsrate aufweist.