Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 92
DOI: 10.1055/s-0038-1671023
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Gynäkologische Onkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnose Vaginalkarzinom (ICD C52) – eine retrospektive Datenanalyse

TM Gruber
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
S Telalbasic
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
I Braicu
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
J Pfeiffer
2  Markuskrankenhaus Frankfurt (Agaplesion), Gynäkologie, Frankfurt, Deutschland
,
L Anastasiadou
2  Markuskrankenhaus Frankfurt (Agaplesion), Gynäkologie, Frankfurt, Deutschland
,
C Brandi
2  Markuskrankenhaus Frankfurt (Agaplesion), Gynäkologie, Frankfurt, Deutschland
,
MA Thill
2  Markuskrankenhaus Frankfurt (Agaplesion), Gynäkologie, Frankfurt, Deutschland
,
J Sehouli
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
J Barinoff
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Pro Jahr erkranken etwa 0,6 – 1 von 100.000 Frauen an einem Vaginalkarzinom. Bei schwacher Evidenzlage gibt es Bedarf an einer systematischen Analyse von Falldaten.

Materialien:

Falldaten aus den Jahren 2010 – 2018 zweier deutscher gynäkologischer Kliniken (Charité Berlin und AGAPLESION Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main) mit der Diagnose „Bösartige Neubildung der Vagina“, ICD-10 C52.

Methoden:

Systematische retrospektive Datenanalyse mittels Kliniksoftware (SAP in Berlin und Orbis in Frankfurt am Main) zu Diagnostik, Therapie und Follow-Up.

Ergebnisse:

An beiden Kliniken konnten 21 Patientinnen mit histologisch gesichertem Vaginalkarzinom identifiziert werden. Das Jahr der Erstdiagnose lag zwischen 1998 und 2016, das mittlere Erkrankungsalter bei 62 Jahren. Erste Symptome wurden in der Mehrzahl der Fälle nicht dokumentiert, falls doch handelte es sich um vaginale Blutung, einen tastbarer Tumor oder Schmerzen. Die Erkrankung wurde am häufigsten im FIGO Stadium I diagnostiziert (n = 9), gefolgt von FIGO II (n = 7), FIGO IV (n = 3), FIGO III (n = 1) und pTis (n = 1). Alle eingeschlossenen Fälle stellten sich, bis auf ein neuroendokrines Karzinom, histologisch als Plattenepithelkarzinom dar. Der HPV Status war in 18 Fällen anhand der Akten nicht eruierbar, in zwei Fällen fand sich eine HPV-16-Positivität. Über das Follow-Up ist von 2 Patientinnen bekannt, dass sie in Assoziation mit ihrem Tumorleiden verstorben sind. 6 Patientinnen befinden sich bis zum aktuellen Zeitpunkt in unserer Nachsorge.

Zusammenfassung:

Die Arbeit präsentiert die ersten Ergebnisse einer systematischen Datenanalyse zum Krankheitsbild des Vaginalkarzinoms. Geplant sind der Einschluss weiterer gynäkologischer Standorte sowie die Analyse der Krankheitsverläufe, der Therapien und des Outcomes um eine verbesserte Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten.