Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 93
DOI: 10.1055/s-0038-1671026
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Gynäkologische Onkologie V
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss von Allium porrum-Extrakt im Vergleich zum synthetischen Rutin und Folsäure auf maligne hormonrezeptorpositive und -negative Mammakarzinomzelllinien, sowie auf humane Mammaepithelzellen (MCF-7, Hs578T, HMEpC)

F Häbler
1  Universitätsmedizin Rostock, Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock, Deutschland
,
T Mayser
1  Universitätsmedizin Rostock, Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock, Deutschland
,
B Gerber
1  Universitätsmedizin Rostock, Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock, Deutschland
,
T Reimer
1  Universitätsmedizin Rostock, Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock, Deutschland
,
DU Richter
1  Universitätsmedizin Rostock, Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Sekundäre Pflanzenstoffe sind in der Diskussion, potentiell hilfreich in der Krebsbehandlung zu sein. In dieser Studie soll die antiproliferative, viabilitätsmindernde und zytotoxische Wirkung von Allium porrum-Extrakt (Lauch) auf zwei maligne Mammakarzinomzelllinien in-vitro untersucht werden. Als Vergleich dienen normale Mammaepithelzellen.

Material und Methoden:

Für diese Studie wurde aus handelsüblichem, biologisch angebautem Lauch im Mikrowellenverfahren ein Methanolextrakt hergestellt. Eine Analyse des Extraktes gelang mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC). Durch Immunhistochemie konnte der Rezeptorstatus der Zellen geprüft werden (Biozol). Zur Testung des Zellmetabolismus während der Extrakteinwirkung wurden pH-Wert-, Glukose- und Laktatmessungen durchgeführt. Mit den Zellviabilitäts- (CellTiter-Glo®, Promega), Zytotoxizitäts- (CytoTox-Glo®, Promega) und Zellproliferationsanalysen (BrdU, Roche) konnten die Wirkungen getestet werden.

Für die Ansätze galt: Extraktlösung in vier verschiedenen Konzentrationen, synthetische Rutin- und Folsäurelösungen jeweils in zwei Konzentrationen (Referenz) und die Kontrollen: Estradiol und Tamoxifen. Alle Untersuchungen erfolgten mindestens in Vierfachbestimmung.

Ergebnisse:

Rutin und Folsäure konnten im Extrakt nachgewiesen werden. Dieser weist in allen drei Zelllinien eine deutlich negative Wirkung auf die Zellviabilität auf. In den Zytotoxizitäts- und Zellproliferationstestungen wird eine klar erkennbare toxische, beziehungsweise antiproliferative Wirkung auf alle Zelllinien aufgezeigt. Die Reinstoffe (Referenzlösungen) zeigten keine entsprechende Wirkung auf die oben genannten Zelllinien.

Zusammenfassung:

Zusammenfassend ist zu sagen, dass aus den bisherigen Ergebnissen eine eindeutige Wirkung des Allium porrum-Extraktes auf die Zelllinien nachzuweisen ist. In weiteren Studien bleibt zu prüfen, ob ein nicht in dieser Studie untersuchter Pflanzenstoff oder eine Kombination für die Wirkung des Extraktes verantwortlich ist.