Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 102-103
DOI: 10.1055/s-0038-1671055
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Gynäkologische Onkologie VII
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rezidivfreies und Gesamtüberleben nach Morcellement von 156 uterinen Leiomyosarkomen (LMS) im Stadium pT1

, Promotions- und Forschungsgruppe genitale Sarkome
G Köhler
1  Universitätsmedizin Greifswald, Frauenklinik, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Greifswald, Deutschland
,
D Trojnarska
1  Universitätsmedizin Greifswald, Frauenklinik, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Greifswald, Deutschland
,
H Lehnhoff
1  Universitätsmedizin Greifswald, Frauenklinik, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Greifswald, Deutschland
,
P Wimberger
2  Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Frauenklinik, Dresden, Deutschland
,
U Canzler
2  Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Frauenklinik, Dresden, Deutschland
,
M Zygmunt
1  Universitätsmedizin Greifswald, Frauenklinik, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Greifswald, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Die Überlebensdaten nach einem Morcellement bzw. einer direkten Tumorverletzung (RX-Situation) sollen bei uterinen LMS überprüft werden.

Materialien, Methode:

Aus dem Datenpool von 263 LMS des DKSM wurden 192 komplett resezierte Fälle im Stadium pT1 extrahiert, von denen 43,2% einen RX-Status aufwiesen. In 156 Fällen lagen die Überlebensdaten vor.

Ergebnisse:

Das pelvin-abdominale rezidivfreie Intervall war nach einer RX-Situation signifikant (p < 0,01) verkürzt. Der Unterschied war nach etwa 2 Jahren am deutlichsten (Abb. 1). Dagegen war das fernmetastasenfreie Intervall nach RX signifikant (p < 0,05) (nach 5 Jahren 48 bzw. 62%) verlängert! Das Gesamtüberleben zeigte, zunächst unverständlich, keine Unterschiede. Berechnungen nach dem Score von Zivanovic, dem LMS-Score des DKSM (nicht dargestellt) und das signifikant längere fernmetastasenfreie Intervall in der RX-Gruppe lassen aber erkennen, dass morcellierte Tumoren präoperativ (!) eine bessere Prognose aufgewiesen haben. Mit der RX-Situation erlangten diese jedoch die primär ungünstigere Ausgangslage der nicht morcellierten Fälle. Das Intervall nach Erstdiagnose eines Rückfalls bis zum Tod war zudem bei den lokoregionären Rezidiven gegenüber den Fernmetastasen deutlich verkürzt, was auf ein aggressives Verhalten der Erstgenannten hinweist.

Zusammenfassung:

Morcellierte LMS haben präoperativ eine bessere Prognose als die Vergleichsgruppe, die durch die RX-Situation aufgehoben wird und ausschließlich auf das signifikant verkürzte lokoregionäre RFI zurückzuführen ist.

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Abb. 1: Lokoregionäres rezeivfreies Intervall bei morcellierten oder verletzten uterinen Leiomyosarkomen