Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 105
DOI: 10.1055/s-0038-1671063
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Teilnahmebereitschaft von Patientinnen mit Migrationshintergrund an (gynäkologischen) Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen

R Biro
1  Campus Virchow Klinikum – Charite Universitätsmedizin, Klinik für Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
M David
1  Campus Virchow Klinikum – Charite Universitätsmedizin, Klinik für Gynäkologie, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Damit die Ziele von Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen erreicht werden können, sollten möglichst viele Patientinnen unabhängig von Herkunft, Bildungsstand usw. erreicht werden. Die Primärhypothese der Studie lautet: Patientinnen ohne Migrationshintergrund nehmen häufiger an Vorsorgeprogrammen teil als Patientinnen mit Migrationshintergrund. Es sollen Faktoren identifizieren, die einen Einfluss auf die Beteiligung haben könnten.

Materialien:

Zur Beantwortung der Frage wurde ein mehrseitiger Fragebogen entwickelt und in einer Pilotphase getestet, der neben der Teilnahmebereitschaft, Beschwerden, demographische, sozioökonomische Faktoren und Fragen zum Gesundheitsverhalten der Patientinnen erfasst.

Methoden:

Laut Fallzahlschätzung ist die Befragung von 333 Frauen notwendig. Seit Januar 2018 werden „pars pro toto“ Patientinnen einer Klinikmyomsprechstunde angesprochen (Einschlusskriterien: Patientinnen über 18 Jahre, ausreichende Deutschkenntnissen).

Ergebnisse:

Bisher liegen 144 Fragebögen vor. Myompatientinnen ohne (77%) nehmen häufiger allgemeine, aber auch spezielle gynäkologische Präventionsangeboten wahr als Patientinnen mit Migrationshintergrund (41%). Dabei nutzten Patientinnen mit einem sog. einseitigen (55%) häufiger an sog. Vorsorgemaßnahmen als Patientinnen mit einem zweiseitigen Migrationshintergrund (37%).

Zudem konnte kein Zusammenhang zwischen Partnerschaft und Teilnahmebereitschaft an Präventionsmaßnahmen festgestellt werden. Frauen mit Partner nehmen nicht häufiger an Vorsorgemaßnahmen (66%) teil als Frauen ohne Partner (62%).

Ebenso konnte kein Unterschied zwischen der Teilnahmebereitschaft zwischen Müttern (66%) und kinderlose Frauen (64%) gezeigt werden.

Zusammenfassung:

Frauen mit Migrationshintergrund sollen ebenfalls von vorhandenen Präventionsangeboten profitieren können. Der Bedarf nach mehr Informationsbereitstellung über das Gespräch mit dem Arzt, per Post durch die Krankenkassen oder in Form von öffentlichen Informationskampagnen wird von Patientinnen mit und ohne Migrationshintergrund gefordert, da sie sich eher mittelmäßig bis schlecht informiert fühlen.