Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 109
DOI: 10.1055/s-0038-1671073
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Phänotypische Charakterisierung von endometrialen und endometriotischen Epithelzellen

F Horné
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
,
L Konrad
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
,
J Gronbach
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
,
R Dietze
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
,
E Berkes
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
,
F Oehmke
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
,
HR Tinneberg
1  Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gießen, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Endometriose wird durch das Vorhandensein von endometrialen Drüsen und Stroma außerhalb der Cavitas uteri definiert, wobei diese Herde histologisch weitgehend dem eutopen Endometrium entsprechen. In letzter Zeit wird zunehmend die Epithelial-Mesenchymale-Transition (EMT) bei der Endometriose diskutiert. Die EMT ist eine Veränderung des Zell-Phänotyps, die durch den Verlust von epithelialen und den Zugewinn mesenchymaler Eigenschaften gekennzeichnet ist. Wir analysierten die EMT im humanen Endometrium sowie endometriotischen Läsionen, um eine Beteiligung in der Pathogenese der Endometriose zu untersuchen.

Material/Methode:

Epithelzellen in Endometrien von Frauen mit und ohne Endometriose, sowie ovarieller, peritonealer und tief-infiltrierender (DIE) Endometriose wurden mittels immunhistochemischer Färbung mit drei epithelialen (Keratin-18, -19, Mucin-1), sowie zwei mesenchymalen Proteinen [Vimentin, ZEB1 (Zinc finger E-box-binding homeobox 1)] untersucht. Insgesamt wurden 145 Proben von 125 Patientinnen verwendet, mithilfe des HSCOREs analysiert und mit dem Kruskal-Wallis-Test statistisch ausgewertet.

Ergebnisse:

Die Analyse der Proteinexpression in Endometrien von Frauen mit und ohne Endometriose zeigte keine Unterschiede der untersuchten Marker. In den endometriotischen Läsionen waren die epithelialen Marker Keratin-19 und Mucin-1 leicht, aber signifikant vermindert, Keratin-18 blieb unverändert. Bei den mesenchymalen Markern war Vimentin in peritonealer Endometriose leicht, in ovarieller Endometriose deutlich und signifikant vermindert, in DIE leicht, aber nicht signifikant erhöht. ZEB-1 hingegen zeigte für ovarielle und peritoneale Endometriose eine moderate, für DIE eine deutliche und signifikante Erhöhung der Proteinexpression.

Zusammenfassung:

Obwohl im Einzelnen Hinweise gefunden wurden, die zumindest für eine partielle EMT sprechen, konnte eindeutig kein Verlust des epithelialen Zellphänotyps gezeigt werden. Wir folgern daraus, dass die Epithelial-Mesenchymale-Transition nur unwesentlich zur Pathogenese der Endometriose beiträgt.