Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 110
DOI: 10.1055/s-0038-1671076
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Desinfektion transvaginaler Ultraschallsonden – Vergleich einer maschinellen Technik mittels UVC und einer Wischtuchdesinfektion im klinischen Alltag

M Moellers
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
,
J Schmitz
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
,
R Schmitz
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
,
J Braun
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
,
S Amler
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
,
K Oelmeier de Murcia
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
,
A Kossow
1  University Hospital Münster, Münster, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Da Pathogene über transvaginale Ultraschallsonden auf Patientinnen übertragen werden können, ist eine adäquate Desinfektion von besonderer Wichtigkeit.

Ziel dieser Studie war es, eine herkömmliche Wischtuchdesinfektion mit einer automatischen Desinfektion durch ultraviolette Strahlung im klinischen Alltag zu vergleichen.

Materialien/Methoden:

Es wurden zwei Gruppen à 160 Patientinnen in einer prospektiven, kontrollierten Studie hinsichtlich der Effektivität der manuellen low-level-Wischtuchdesinfektion (Mikrozid® sensitive wipes) im Gegensatz zur high-level-Desinfektion mit ultravioletter Strahlung (Antigermix® AS1) für transvaginale Ultraschallsonden verglichen. Dafür wurden mikrobiologische Abstriche von der gesamten Sondenoberfläche vor und nach Desinfektion genommen. Mikrobielles Wachstum wurde analysiert und vorkommende Isolate nach Bakterienspezies identifiziert.

Ergebnisse:

Nach transvaginalem Ultraschall wurde vor der Desinfektion auf 98,75% (316/320) der Sonden bakterielles Wachstum nachgewiesen.

Insgesamt konnten 38 verschiedene bakterielle Spezies identifiziert werden. Beide Desinfektionsverfahren hatten eine ähnliche Erfolgsrate von 65,8% (104/158, Antigermix® AS1) und 59,5% (94/158, Mikrozid® sensitive wipes). Pathogene, die zu nosokomialen Infektionen führen können, wie bespielsweise Enterococcus faecalis und Klebsiella pneumonia, wurden durch beide Techniken komplett entfernt. Gegen Keime der Vaginal-, Rachen- und Hautflora zeigte die Wischtuchdesinfektion eine bessere Wirksamkeit von 89,4% (93/104) im Vergleich zu 58,5% bei Antigermix® AS1 (79/117).

Zusammenfassung:

Die automatische Desinfektion von vaginalen Ultraschallsonden mit UVC-Strahlung ist aufgrund einfacher Handhabung und Zeiteffizienz eine erfolgsversprechende Methode für den klinischen Alltag. Gefährliche nosokomiale Keime wurden in unserer Studie durch die Desinfektion vollständig entfernt. Es konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen der maschinellen und der manuellen Methode gezeigt werden.