Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 110-111
DOI: 10.1055/s-0038-1671079
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fortbildungsbedarf zu FGM – Ergebnisse einer Pilotbefragung in München

N Schmidt
1  Referat für Gesundheit und Umwelt München, Fachstelle 'Frau & Gesundheit und Gendermedizin', München, Deutschland
2  Universitätskliniken Genf, Frauenklinik, Genf, Schweiz
,
P Schlotter
3  Ludwigs-Maximilians-Universität München, IBE, München, Deutschland
,
J Abdulcadir
2  Universitätskliniken Genf, Frauenklinik, Genf, Schweiz
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa 200 Millionen Mädchen und Frauen von der weiblichen Genitalverstümmelung (Female genitale mutilation = FGM) betroffen. In Deutschland lebten nach Schätzungen von Terre des Femmes in 2017 mehr als 58 000 von FGM Betroffene und 13 000 durch FGM bedrohte Mädchen.

Zielsetzung:

Vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Studie, die gezeigt haben, dass ein hoher FGM-Fortbildungsbedarf unter Ärztinnen und Ärzten besteht, beabsichtigte die Pilotbefragung den Wissenstand unter Ärztinnen und Ärzten in München zu erheben.

Methoden:

Im Zeitraum von Juni 2016 bis Oktober 2017 wurden mehr als 100 Ärztinnen und Ärzte (etwa 50% Gynäkologen und Gynäkologinnen) mittels eines quantitativen, prospektiven Fragebogens zu ihrem FGM-Wissenstand und Fortbildungsbedarf befragt.

Ergebnisse:

Im Rahmen der vorläufigen Ergebnisse (n = 84) kannten mehr als 1/3 der Befragten nicht die FGM-Prävalenzländer oder die Anzahl der FGM-Typen nach WHO. 36% waren sich nicht sicher, ob es ein Gesetz zu FGM im deutschen Strafgesetzbuch gibt. Von den 84 teilnehmenden Ärzten/innen hatten 77% noch nie eine Fortbildung zum Thema FGM besucht und mehr als 80% der Frauenärzte/innen äußerten den Wunsch nach einer systematischen Fortbildung.

Zusammenfassung:

Der Bedarf an FGM-Fortbildungen ist hoch. Angesichts der durch Migration zunehmenden Anzahl von FGM-Betroffenen in Deutschland sollten systematische Fortbildungen in die Fort- und Weiterbildung aufgenommen und evaluiert werden.