Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 118
DOI: 10.1055/s-0038-1671103
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Evaluation von Biomarkern bei Myompatientinnen – Ergebnisse einer prospektiven Studie

M Jacob
1  Charité Universitätsklinikum, Campus Virchow-Klinikum, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
J Sehouli
1  Charité Universitätsklinikum, Campus Virchow-Klinikum, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
M David
1  Charité Universitätsklinikum, Campus Virchow-Klinikum, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Myome gehören zu den häufigsten Unterbauchtumoren der Frau. Diagnostischer Standard ist die Sonografie, ein evaluierter und etablierter Biomarker existiert bisher nicht. Dieser Studie untersucht, ob eine operative Myom-Entfernung zu einem Abfall von LDH, CA 125 oder IGF-1 führt und ob sich diese Parameter somit als potentielle Biomarker für das Vorliegen bzw. Wiederauftreten eines Myoms eignen.

Materialien/Methoden:

Bei 83 Patientinnen (18 – 50 Jahre) mit gesicherter Diagnose eines Myoms und operativer Therapie wurden die Blutwerte LDH, CA 125 und IGF-1 zu drei Zeitpunkten bestimmt: präoperativ (T0), zwei Tage (T1) und sechs Monate postoperativ (T2). Präoperativ und sechs Monate postoperativ wurde bei allen Patientinnen vom gleichen Untersucher eine Vaginalsonografie durchgeführt.

Ergebnisse:

Die LDH-Werte fielen postoperativ signifikant ab (Median T0: 239,0 U/l; T1: 217,0 U/l; p < 0,001), ebenso verhielt sich IGF-1 (Median T0: 140,4 ng/ml; T1: 112,4 ng/ml; p < 0,001). Die CA 125-Werte stiegen hingegen leicht an, jedoch nicht signifikant. Die Werte für LDH und CA 125 nach sechs Monaten (n = 34) zeigten weder zu den prä – noch zu den unmittelbar postoperativen Werten einen signifikanten Unterschied. Dies betraf sowohl die Patientinnen mit, als auch die ohne Wiederauftreten eines Myoms. IGF-1 war hingegen nur bei den Patientinnen ohne erneuten sonographischen Myomnachweis signifikant erhöht (Median T2 mit Rezidiv: 128,9 ng/ml; p < 0,001).

Zusammenfassung:

Die Messung von LDH und IGF-1 bei 83 Patientinnen mit uteruserhaltener Myomoperation zeigt unmittelbar postoperativ einen signifikanten Abfall. Dies lässt auf eine Beeinflussung von LDH und IGF-1 durch Myome schließen, was eine potentielle Eignung als Biomarker bedeuten würde.