Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 119
DOI: 10.1055/s-0038-1671106
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nachadjustierbare spannungsfreie Bänder zur Therapie der Belastungsinkontinenz

C Kemmether
1  Bayerisches Beckenbodenzentrum ISAR Klinikum, Gynäkologie, München, Deutschland
,
I Kynaß
2  Bayerisches Beckenbodenzentrum ISAR Klinikum, Urologie, München, Deutschland
,
N Aldardeir
1  Bayerisches Beckenbodenzentrum ISAR Klinikum, Gynäkologie, München, Deutschland
,
U Rothfuß
1  Bayerisches Beckenbodenzentrum ISAR Klinikum, Gynäkologie, München, Deutschland
,
EM Husslein
1  Bayerisches Beckenbodenzentrum ISAR Klinikum, Gynäkologie, München, Deutschland
,
U Peschers
1  Bayerisches Beckenbodenzentrum ISAR Klinikum, Gynäkologie, München, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das spannungsfreie Band ist der Goldstandard zur operativen Therapie einer Belastungsinkontinenz (BIK), in 5 – 20% kann diese allerdings persistieren. In dieser Studie soll der Effekt von nachadjustierbaren Bändern auf die postoperative BIK-Rate untersucht werden.

Material: Es wurde bei n= 81 Patientinnen im Zeitraum von Januar bis Oktober 2017 ein nachadjustierbares spannungsfreies Band eingelegt. Insgesamt wurden 3 verschiedene Bandsysteme verwendet: n= 58 (72%) DynaMesh® SIS soft (Dahlhausen), n= 12 (15%) Altis® (Coloplast), n =11 (14%) A.M.I. TVA (A.M.I.®). Einteilung der Patientinnen in die Gruppen nach Operateur und Anamnese.

Alle Bänder wurden, falls nicht schon vorhanden, mit Nachadjustierfäden ausgestattet.

Methoden:

Nach 3 Monaten Evaluation mittels Anamnese und transvaginalem Ultraschall. Zusätzlich wurden validierte Fragebögen (ICI-Q UI SF, Deutscher Beckenbodenfragebogen) prä- und postoperativ ausgefüllt.

Ergebnisse:

Es mussten n = 7 (9%) der Patientinnen nachadjustiert werden, n =6 (8%) einmal, n =1 (1%) dreimal. Insgesamt waren n =61 (75%) der Patientinnen postoperativ kontinent. Bei n =14 (17%) waren die Symptome deutlich gebessert, bei n =2 (2%) persistierend, bei n =3 (4%) schlechter. Bei n =13 (16%) bestand eine de novo OAB. Eine Arrosion des Bandes in die Scheide wurde bei n =7 (9%) gesehen. Keine dieser Patientinnen war nachadjustiert worden. Von den Patientinnen bei denen nachadjustiert wurde, waren n =3 (4%) kontinent, bei n =1 (1%) war die Symptomatik gebessert, bei n =2 (2%) verschlechtert mit de novo Drang. Eine Restharnbildung über 100 ml war bei den nachadjustierten Patientinnen nicht festzustellen.

Zusammenfassung:

Insgesamt 92% Heilung oder Verbesserung der Symptomatik. Bis zu 5% der Patientinnen können durch die Nachadjustierung profitieren. Ein erhöhtes Risiko für Arrosionen oder Restharnbildung konnte nicht festgestellt werden.