Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 120
DOI: 10.1055/s-0038-1671111
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Urge II Studie – randomisierter Vergleich der medikamentösen Standardtherapie mit dem operativen Ersatz der Pubourethralligamente nach vorheriger Level 1 Korrektur zur Behandlung der Urininkontinenz

S Ludwig
1  Universitätsklinik Köln, Frauenklinik, Köln, Deutschland
,
W Jäger
1  Universitätsklinik Köln, Frauenklinik, Köln, Deutschland
,
M Stumm
2  Universität zu Köln, Gynäkologie und Geburtshilfe, Köln, Deutschland
,
P Mallmann
2  Universität zu Köln, Gynäkologie und Geburtshilfe, Köln, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Durch die Korrektur von Level 1 (Uterosakralligamente) konnte bei Patientinnen mit Misch- oder Dranginkontinenz eine Wiederherstellung der Kontinenz in 42% erzielt werden (URGE 1 Studie). Laut Literaturangaben können durch das Legen eines suburethralen Bandes auch die Symptome einer Dranginkontinenz in über 30% der Fälle behoben werden. Daher wurden Patientinnen mit einer Drang- oder Mischinkontinenz nach vorangegangener Korrektur von Level 1 (Ersatz der Uterosakralligamente) randomisiert und die Heilungsraten der Urininkontinenz durch den Ersatz des Pubourethralligamentes durch ein transobturatorisches Band (TOT) mit der bisherigen medikamentösen Behandlung (Solifenacin) verglichen.

Methoden:

Bei allen Patientinnen wurden die Uterosakralligamente bereits durch das CESA oder VASA Operationsverfahren ersetzt. Die Patientinnen, die auch danach noch an Dranginkontinenzsymptomen litten, wurden randomisiert. Im Kontrollarm erhielten die Patientinnen Solifenacin (10 mg p.o.), im Behandlungsarm wurden die Patientinnen mittels transobturatorischer Bandeinlage (TOT) operiert. Als „kontinent“ galten Patientinnen, die nach 4 Monaten weder belastungs-, noch drang- oder mischinkontinent waren (ClinicalTrails.gov: Identifier: NCT01737918).

Ergebnisse:

45 Patientinnen mit einer Drang- oder Mischinkontinenz nach CESA oder VASA Operation wurden randomisiert. Eine der 22 Patientinnen im Kontrollarm wurde unter Solifenacin kontinent. Bei 15 von den 23 Patientinnen (65%) im Behandlungsarm wurden durch das TOT-Band die Kontinenz wiederhergestellt.

Zusammenfassung:

Es konnte gezeigt werden, dass durch die Korrektur der Uterosakral- und Pubourethralligamente zu einer Wiederherstellung der Kontinenz führte. Bei 65% der Patientinnen mit Misch- oder Dranginkontinenz nach vorangegangener Level 1 Korrektur (CESA/VASA) konnte durch eine Level 3 Korrektur (TOT) die Kontinenz wiederhergestellt werden.

Als logisch nächster Schritt sollte der Effekt der anatomischen Korrektur des Level 2 standardisiert untersucht werden.