Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 126-127
DOI: 10.1055/s-0038-1671132
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

11 × 9 × 6 cm großes Chorangiom – perinatales Management

W Duwe
1  Helios Hanseklinikum Stralsund, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Stralsund, Deutschland
,
F Vogeler
2  gSUND Gynäkologie Kompetenzzentrum, Stralsund, Deutschland
,
F Dombrowski
3  Institut für Pathologie, Greifswald, Deutschland
,
F Ruhland
1  Helios Hanseklinikum Stralsund, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Stralsund, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Darstellung des perinatalen Managements bei klinisch apparentem Plazentatumor sowie Einordnung in die aktuelle Literatur.

Methode:

Fallbericht, Literaturrecherche.

Ergebnisse:

Stationäre Aufnahme einer 34-jährigen Zweitgravida in der 28+4. SSW aufgrund vorzeitiger Wehen bei Polyhydramnion. Sonographischer Befund: zeitgerecht entwickelter Fet bei Polyhydramnion (AFI 48 cm) mit Darstellung eines 11 × 9 × 6 cm großen vaskularisierten Tumors innerhalb der Vorderwandplazenta. Zunächst Steroidprophylaxe unter i.v.-Bolustokolyse. Bei Größenkonstanz des Plazentatumors, Regredienz des Hydramnions und unauffälligen Dopplerparametern Fortführung des konservativen Managements. Beendigung der Schwangerschaft per elektiver Sectio in der 37+0. SSW (3020 g, APGAR 9/10/10, NapH: 7,33). Histologie: Chorangiom bei altersentsprechend ausgereifter Plazenta.

In der Literatur werden die Mortalität bis 33% (Lutgardo G.) angegeben, engmaschige sonographische Verlaufskontrollen empfohlen (Fan M.) und in 2/3 der Fälle die elektive Sectio als Entbindungsmodus gewählt. Kein Konsens besteht derzeit bezüglich des perinatalen Managements: invasive in utero Therapie vs. konservativem Vorgehen. Nach Entezami M. haben die wenigsten Chorangiome pathophysiologische Relevanz. Auf Basis der derzeitigen Studienlage lassen sich laut Vaidyanathan G. keine Selektionskriterien für das Verlassen des konservativen Regimes definieren. Für Leeb K. bleiben invasive Therapieansätze experimentell.

Schlussfolgerung:

Dieser Fall zeigt, dass ein großes, stark vaskularisiertes Chorangiom nicht zwangsläufig eine fetale kardiale Dekompensation bedingt und befürwortet das konservative perinatale Management.

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Abb. 1: Chorangiom in 3D-Darstellung