Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 130-131
DOI: 10.1055/s-0038-1671143
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Peripartales Management eines fetalen Long-QT Syndrom (LQTS) mit polymorphen Arrhythmien: High Dose Magnesium-Therapie, β-Blocker und vaginale Entbindung in der 41. Schwangerschaftswoche

K Kubiak
1  Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Franziskus Hospital, Münster, Deutschland
,
T Frank
2  Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin, St. Franziskus Hospital, Münster, Deutschland
,
F Urlichs
2  Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin, St. Franziskus Hospital, Münster, Deutschland
,
N Trifyllis
1  Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Franziskus Hospital, Münster, Deutschland
,
A Hövels
1  Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Franziskus Hospital, Münster, Deutschland
,
J Steinhard
3  Department für Fetale Kardiologie Zentrum für Angeborene Herzfehler, Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Peripartales Management eines fetalen LQTS und Einleitung einer vaginaler Geburt in der 41. Schwangerschaftswoche (SSW).

Materialien:

Fallbericht eines symptomatischen fetalen LQTS bei positiver Familienanamnese unter Berücksichtigung aktueller Managementempfehlungen in der Literatur.

Methoden:

Interdisziplinäre Betreuung einer Schwangeren mit bekanntem maternalem LQTS 2 unter maternaler Metoprolol-Therapie (47,5 mg) mit fetaler Sinusbradykardie polymorphen Tachyarrhythmien und rechtsseitiger cardialer Dysfunktion, die sich in der fetalen Echokardiografie als VES, SVES, SVT-Salven, Bigeminus und kurzen torsadenartige Episoden zeigten.

High Dose Magnesium Therapie und Einleitung einer vaginalen Geburt in der 41. SSW. Vergleich aktueller Managementempfehlungen in der Literatur.

Ergebnisse:

29-jährige Gravida I Aufnahme in der 35. SSW bei symptomatischen fetalen LQTS. Unter der High Dose Magnesium Therapie (Durchschnittspiegel: 1,51 mmol/l) konnten Arrhythmiefrequenzen signifikant reduziert werden, sowie eine Verbesserung der rechtsseitige cardialen Dysfunktion erreicht werden. Unter täglichen Ultraschall- und echokardiographischen Kontrollen zeigte sich ein normales Intervallwachstum, so dass bei Überwachbarkeit im CTG eine vaginale Entbindung über dem Entbindungstermin unter Magnesium-Therapie erfolgen konnte:

Vakuumextraktion in der 41. SSW wegen suspektem CTG in der Austreibungsphase, Gewicht: 3225 g, APGAR 9/10/10, BE -7,4 mmol/l, pH 7,20, Neonatal: QTc-Zeit: 620 ms (LQTS), postpartale Therapie mit Propranolol 3 mg/kg/d.

In der Literatur werden elektive Sectiones ab 35. Schwangerschaftswoche beschrieben.

Zusammenfassung:

Erfolgreiche Magnesium-Therapie bei symptomatischem fetalen LQTS und erfolgreiche Cytotec-Einleitung bei Terminüberschreitung mit möglicher CTG-Überwachung. Nach unserem Wissen, Erstbeschreibung einer vaginalen Entbindung unter Magnesium-Therapie bei fetalem LQTS. Bei einer fetalen Grundfrequenz unter der 3. Perzentile muss an einen LQTS gedacht werden.