Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 146-147
DOI: 10.1055/s-0038-1671194
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IX
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der sFlt-1/PlGF-Quotient als Prädiktor für die verbleibende Schwangerschaftsdauer in der Spätschwangerschaft

P Kreße-Chludek
1  Klinik für Geburtsmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
,
J Pullankavumkal
2  Klinik für Gynäkologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
,
N Klöckner
2  Klinik für Gynäkologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
,
W Henrich
1  Klinik für Geburtsmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
,
S Verlohren
1  Klinik für Geburtsmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Die Bedeutung eines erhöhten soluble fms-like tyrosine kinase-1(sFlt-1)/plazentarer Wachstumsfaktor (PlGF)-Quotienten bezüglich der verbleibenden Schwangerschaftsdauer in der Spätschwangerschaft ist ungenügend erforscht. Diese Untersuchung soll daher den prognostischen Wert für die verbleibende Schwangerschaftsdauer zweier Trennwerte des Quotienten überprüfen und eigene Trennwerte entwickeln.

Methoden:

176 Frauen (erste sFlt-1/PlGF Messung bei klinischem Verdacht auf Präeklampsie nach 336/7 SSW) wurden retrospektiv untersucht. Wir evaluierten die Korrelation von Quotient und verbleibender Schwangerschaftsdauer mittels linearer Regression und den prognostischen Wert der Trennwerte 85 und 201 mittels Kaplan-Meier-Kurven und Hazard-Ratios. Sensitivität und Spezifität für Entbindungen binnen 48 Stunden (h) und 7 Tagen (d) wurden bestimmt. Ein Trennwert für Entbindungen binnen 48h für diese Kohorte wurde mittels ROC-Kurven-Analyse ermittelt.

Ergebnisse:

Die verbleibende Schwangerschaftsdauer wurde bei steigendem sFlt-1/PlGF signifikant kürzer (r =-0,334; p < 0,001). Bei Trennwertüberschreitung wurde zeitnaher entbunden (HR > 85: 2,465; HR > 201: 2,489; jeweils p < 0,001). Für > 85 ergaben sich eine Sens. von 57% und Spez. von 78% für Entbindungen binnen 48h und eine Sens. von 48% und Spez. von 84% für Entbindungen binnen 7 d. Für > 201 lagen Sens. und Spez. bei 22% bzw. 93% für Entbindungen binnen 48h und bei 18% bzw. 95% für 7 d. In der ROC-Kurven-Analyse ergab sich für diese Kohorte der Trennwert 90,5 für Entbindungen binnen 48h (Sens. 57%; Spez. 82%; AUC: 0,74; p < 0,001).

Zusammenfassung:

Wir konnten eine inverse Korrelation zwischen dem sFlt-1/PlGF-Quotienten und verbleibender Schwangerschaftsdauer zeigen. Die Trennwerte 85 und 201 erwiesen sich mit hoher Spezifität auch in dieser Kohorte als sinnvolle prädiktive Marker, vor allem zum Ausschluss einer zeitnahen Entbindung.