Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 147
DOI: 10.1055/s-0038-1671195
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IX
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss von 3D Ultraschall und Beschäftigungstherapie auf die Entwicklung depressiver Symptome von hospitalisierten Risikoschwangeren

E Kühnle
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
J Jungk
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
R Klapdor
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
F Kohls
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
P Hillemanns
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
I Staboulidou
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Notwendigkeit stationär behandelt zu werden, bedeutet für viele Schwangere eine psychosoziale Belastung. In dieser Studie wurde untersucht, inwieweit 3D Ultraschall oder Beschäftigungstherapie geeignet sind, depressive Symptome zu vermindern.

Methodik:

Prospektive Interventionsstudie zwischen Mai 2015 bis Juni 2016. Eingeschlossen wurden Schwangere, die aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen stationär aufgenommen wurden, ohne psychiatrische Grunderkrankung oder akuten psychiatrischen Interventionsbedarf. Es wurden drei Gruppen gebildet; eine Kontrollgruppe, die nach klinischem Standard behandelt wurde, zwei Interventionsgruppen; eine erhielt wöchentliche 3D-Ultraschalluntersuchungen, die zweite wurde zur Häkelarbeit angeleitet und konnte diese selbständig jederzeit fortführen. Zu definierten Zeitpunkten erhielten alle Schwangeren den PQH-Gesundheitsfragebogen zur Erfassung von Depression, Angststörungen und Alltagsbewältigung.

Ergebnisse:

211 Schwangere wurden eingeschlossen. Kontrollgruppe (n = 79), 3D Ultraschallgruppe (n = 49) Häkelgruppe (n = 83). Mittleres Alter war 32 Jahre. Mittlere Aufenthaltsdauer war 12 Tage. Mittlere Schwangerschaftswoche war 30,1. Bei Aufnahme und im Wochenbett wiesen alle Schwangeren ähnliche Grade depressiver Symptome auf. Verglichen mit der Kontrollgruppe zeigte sich in beiden Interventionsgruppen eine signifikant geringere Depressivität (p = 0,02762) im Verlauf des stationären Aufenthaltes. Keine signifikanten Unterschiede (p = 0,2302) zeigten sich hingegen zwischen den Interventionsgruppen.

Schlussfolgerung:

Die Notwendigkeit der Hospitalisierung während der Schwangerschaft führt in einem hohen Maße zu psychologischem Stress. Interventionsmaßnahmen wie 3D-Ultraschall oder Beschäftigungstherapie können die Depressivität signifikant lindern gegenüber der medizinischen Routinebehandlung. Diese Studienergebnisse sollten das medizinische Personal und das Gesundheitssystem ermutigen, Beschäftigungstherapie in die Routine zu integrieren.