Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 148
DOI: 10.1055/s-0038-1671198
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IX
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wehencocktail vs. herkömmliche Geburtseinleitung: Analyse des geburtshilflichen Outcomes

S Mehrnami
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
,
C Hagenbeck
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
,
T Fehm
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
,
E Ruckhäberle
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
,
G Bizjak
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Ziel dieser Studie ist es, Geburtsablauf und Outcome bei Geburtseinleitungen mit Wehencocktail im Vergleich zur herkömmlichen Geburtseinleitung zu analysieren.

Seit 2013 wird in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf der Wehencocktail zur Geburtseinleitung angeboten. Setzen hiernach keine Wehen ein, wird die Einleitung mit Prostaglandinderivaten fortgesetzt. Wir betrachteten retrospektiv Geburten ab 37+0 Schwangerschaftswochen an dieser Klinik aus den Jahren 2011 – 2015. Zunächst erfassten wir den Anteil an Schwangeren, der ab 2013 nach alleiniger Gabe des Wehencocktails entbunden hat.

Zur Analyse des geburtshilflichen Outcomes verglichen wir 202 Geburten aus den Jahren 2013 – 2015, die mit Wehencocktail und anschließend Misoprostol eingeleitet wurden, mit 208 Geburten aus den Jahren 2011 – 2012, die ausschließlich mit Misoprostol eingeleitet wurden, bezüglich Einleitungsdauer, Spontangeburtenrate, intra- und postpartalen Komplikationen sowie Outcome von Mutter und Neugeborenem.

617 Patientinnen haben in den Jahren 2013 – 2015 den Wehencocktail zur Geburtseinleitung erhalten. Davon haben 59,2% nach ausschließlicher Einnahme des Wehencocktails entbunden.

Die Rate an Spontangeburten ist zwischen der Gruppe, die nur Misoprostol erhalten hat, und der Gruppe, die Wehencocktail und Misoprostol eingenommen hat, nicht signifikant unterschiedlich.

Bei Patientinnen, die Wehencocktail und Misoprostol erhalten haben, sind die Einleitungsdauer und die mediane stationäre Aufenthaltsdauer signifikant länger. Mekonium-haltiges Fruchtwasser sowie Scheidenrisse treten hier signifikant häufiger auf.

Zusammenfassend ist der Wehencocktail ein wirksames Mittel zur Geburtseinleitung mit scheinbar geringem Einfluss auf intra- und postpartale Komplikationen. Bei Patientinnen, die nach Einnahme des Wehencocktails keine effektive Wehentätigkeit zeigen, wird durch die verzögerte Gabe von Misoprostol die Einleitungsdauer deutlich verlängert.

Die Identifikation von Faktoren, die mit einem Erfolg des Wehencocktails assoziiert sind, erscheint daher sinnvoll.