Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 159
DOI: 10.1055/s-0038-1671231
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Case-Report I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pemphigoid gestationis – Ungewöhnlicher Krankheitsverlauf einer 29-jährigen G2/P1 mit begleitendem akuten Nierenversagen

A de Gregorio
1  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
N de Gregorio
1  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
A Babiak
2  Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
K Ernst
1  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
M Uhde
1  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
F Reister
1  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
W Janni
1  Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
K Gethöffer
3  Klinik für Dermatologie und Allergologie Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
,
F Ebner
4  Klinik für Frauenheilkunde HELIOS Amper Klinik Dachau, Dachau, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Pemphigoid gestationis (PG) ist eine seltene, blasenbildende Autoimmunerkrankung in der Schwangerschaft mit einer Inzidenz von 1/50.000. Wir möchten den ungewöhnlichen Fall einer Patientin mit PG vorstellen, die neben ausgeprägten bullösen Hautveränderungen mit rascher klinischer Verschlechterung auch ein akutes Nierenversagen (ANV) entwickelte.

Fallvorstellung:

Eine 29-jährige G2/P1 stellte sich erstmalig in der 34+1 SSW mit V.a. PG in der Universitätsdermatologie vor. Nach Beginn einer Steroidtherapie (Methylprednisolon 80 mg) sowie oraler Antibiose bei V.a. Superinfektion kam es zu einer initialen klinischen Besserung. In der 34+6 SSW erfolgte die notfallmäßige Vorstellung im Kreißsaal mit deutlich reduziertem Allgemeinzustand und Anurie.

Bei ANV (Kreatinin 174 µmol/l), Infektexazerbation (CRP 229 mg/l, Leukozyten 20,6G/l) und suspektem CTG erfolgte nach weiterer Labordiagnostik und Beginn einer i.v.-Antibiose die sekundäre Sectio (Mädchen, APGAR 7/9/9, NA-pH:7,32, BE:- 1,5, Verlegung Kinderklinik bei Frühgeburtlichkeit, primäres Abstillen). Nach intensivmedizinischer Betreuung besserte sich die Nierenfunktion, die Hautsituation (betroffene Körperoberfläche > 70%) trotz lokaler und systemischer (Hochdosis-)Steroidtherapie jedoch nicht, so dass die Patientin in die Dermatologie zur weiteren antipruriginösen sowie intensivierte topischen Deramto- und systemischen Steroidtherapie (initial 150 mg Prednisiolon i.v.) verlegt wurde. Die Entlassung erfolgte schließlich am 10. Tag postpartal mit unauffälligen Laborwerten und gebessertem Hautbild.

Diskussion:

Die abschließenden Untersuchungsergebnisse mit Histologie, Immunfloureszenz und Serologie bestätigten die klinische Verdachtsdiagnose eines PG. Die Ursache des akuten Nierenversagens ist schlussendlich unklar und wird a.e. im Rahmen des systemischen Inflammation vermutet.