Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 170-171
DOI: 10.1055/s-0038-1671266
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Case-Report V
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Adenomyosis uteri und Kinderwunsch

S Telalbasic
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
TM Gruber
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
J Bartley
2  Kinderwunsch Berlin, Berlin, Deutschland
,
J Barinoff
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
J Sehouli
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
,
S Mechsner
1  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Gynäkologie, Berlin, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Die Adenomyosis uteri (AM) ist ein unterschätztes Problem. Mehr und mehr Daten deuten darauf hin, dass die AM in Endometriose-Patientinnen, neben Beschwerden wie Dys- und Hypermenorrhoe auch Einfluss auf die Fertilität hat und mit Schwangerschaftskomplikationen assoziiert ist (Vercellini et al. 2017 und Berlanda et al. 2015). So scheinen Frauen mit AM und schwerer Endometriose eine erhöhte Frühgeburtlichkeitsrate aufzuweisen. Zur Illustration berichten wir von einer Patientin mit ausgeprägter AM in Assoziation mit Frühgeburtlichkeit.

Materialien und Methoden:

Analyse von Daten der Patientin.

Ergebnisse:

Die 16-jährige 0 Gravida, stellte sich erstmalig 2012 mit Symptomen einer AM vor. Seit Menarche mit 11 Jahren leide sie an Beschwerden. In der körperlichen Untersuchung präsentierte sich ein deutlich vergrößerter, immobiler, verhärteter Uterus (Portiofunduslänge: 12 cm). Der V.a. einer AM wurde nach Adenomyomektomie histologisch gesichert. Im Anschluss an die Operation erhielt die Patientin für ein Jahr GnRH Analoga und Add back HRT.

Mit 18 Jahren erfüllte sich die Patientin ihren Kinderwunsch. Bei vorzeitigem Blasensprung und Amnioninfektionssyndrom erfolgte in der 25. SSW eine sekundäre Sectio.

Die Patientin ist heute 22 Jahre alt. Unter konsequenter Gestagen-Therapie wurde keine Schmerz- und Blutungsfreiheit erreicht. Eine erneute Therapie mit GnRH Analoga lehnt die Patientin ab. Es wurde eine off-label Behandlung mit Ulipristalacetat initiiert. Prospektiv besteht bei der Patientin weiterhin Kinderwunsch.

Zusammenfassung:

Dieser Fall unterstützt die Hypothese, dass AM das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöht. Es wird größerer Datenanalysen bedürfen, um das Risiko genauer bewerten zu können.