Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 179-180
DOI: 10.1055/s-0038-1671295
Poster
Freitag, 02.11.2018
Endokrinologie und Reproduktionsmedizin II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

NLR und PLR – mögliche Prognose-Marker chronischer Entzündung im Kontext des PCO-Syndroms?

A Oyan
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde der TU München, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
,
M Schmidmayr
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde der TU München, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
,
J Stassek
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde der TU München, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
,
L Sperl
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde der TU München, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
,
Y Hanusch
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde der TU München, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
,
V Seifert-Klauss
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde der TU München, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
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Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Eine niedriggradig-chronische Entzündung bei Polyzystischem-Ovar-Syndrom in Patientinnen mit starkem Übergewicht und ausgeprägter Hyperandrogenämie wurde in zahlreichen Studien beschrieben. Ziel dieser Analyse war es, ausgewählte Entzündungsmarker am LIPCOS-Studienkollektiv (Lebensstil-Intervention bei Polyzystischem-Ovar-Syndrom) – einer dem gynäkologischen Alltag näheren Kohorte – zu charakterisieren. Die Quotienten NLR (Neutrophile/Lymphozyten) und PLR (Thrombozyten/Lymphozyten) werden zunehmend bei Erkrankungen mit systemischer Entzündung als Prognosemarker beschrieben.

Bei Patientinnen, welche die Rotterdam-Kriterien erfüllten, wurden Interviews anhand standardisierter Fragebögen, Hormonprofil und Differentialblutbild ausgewertet. Als Entzündungsmarker wurden Leukozytenzahl und CRP, sowie die Quotienten NLR (Neutrophile/Lymphozyten) und PLR (Thrombozyten/Lymphozyten) charakterisiert. Der Zusammenhang zwischen diesen Markern, dem Hormonprofil und klinischen Parametern wurde untersucht und der Langzeitverlauf in einer Folgeuntersuchung erfasst.

Im Untersuchungskollektiv (n = 50) waren drei der Entzündungsmarker mit dem BMI assoziiert (CRP (r = 0,484, p < 0,001), Leukozytenzahl (r = 0,385, p = 0,006), PLR (r =-0,282, p = 0,047)). Bei Betrachtung des Hormonprofils standen PLR mit Testosteron (r =-0,284, p = 0,046) und DHEAS (r =-0,380, p = 0,007), sowie CRP mit LH/FSH (r =-0,325, p = 0,021) in wechselseitiger Beziehung. SHBG korrelierte mit der Leukozytenzahl (r =-0,442, p = 0,002), PLR (r = 0,427, p = 0,003) und dem CRP (r =-0,340, p = 0,020). Die Dauer der Amenorrhoe, als klinisches Symptom des PCOS, stand mit dem Quotienten NLR (r = 0,308, p = 0,029) und der Leukozytenzahl (r = 0,372, p = 0,008) in gleichsinnigem Zusammenhang. Über den Beobachtungszeitraum (48,2 ± 6,3 Monate) ergaben sich bei der Folgeuntersuchung (n = 13) keine signifikanten Änderungen der Entzündungsmarker.

In der vorliegenden Untersuchung waren BMI und einige Hormonwerte in moderatem Zusammenhang mit den Parametern einer niedriggraden-chronischen Entzündung, ebenso wie die Dauer einer bestehenden Amenorrhoe. Inwieweit therapeutische Interventionen diese Assoziationen verändern können, muss weiter untersucht werden.