Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 186
DOI: 10.1055/s-0038-1671314
Poster
Freitag, 02.11.2018
Gynäkologische Onkologie IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mismatch-Repair-Defekt-Analyse bei 191 konsekutiven Endometriumkarzinom-Patientinnen

N Pauly
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
A du Bois
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
P Harter
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
T Baert
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
F Heitz
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
S Heikaus
2  Zentrum für Pathologie Essen-Mitte, Essen, Deutschland
,
S Prader
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
A Traut
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
S Ehmann
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
,
B Ataseven
1  Kliniken Essen-Mitte (KEM), Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie, Essen, Deutschland
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Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Endometriumkarzinome (EC) mit Mismatch-Repair-(MMR)-Defekt stellen eine eigenständige molekulare Subgruppe dar. Neben dem Hinweis auf ein mögliches Lynch-Syndrom ist dies auch ein prädiktiver Marker für die Effektivität von Checkpoint-Inhibitoren.

Material/Methoden:

Retrospektive Analyse von 191 konsekutiven primären EC-Patientinnen, die zwischen 2014 – 2017 an den Kliniken Essen-Mitte operiert wurden. Die somatische MMR-Analyse erfolgte mittels immunhistochemischer (IHC), PCR-basierter oder kombinierter Technik. Gemäß den DKG-Kriterien wurde das onkologische familiäre Risiko mittels DKG-Checkliste erfasst und mit den Ergebnissen der MMR-Analyse verglichen.

Ergebnisse:

Das mediane Alter im Gesamtkollektiv betrug 61 Jahre (35 – 90). Eine MMR-Analyse wurde bei 79,6% (152/191) durchgeführt analytisch mittels IHC (n = 87), PCR (n = 49) und kombiniert (IHC+PCR n = 16). Ein MMR-Defekt lag in 23% (35/152) vor. Bei 14,1% (27/191) Patientinnen des Gesamtkollektivs zeigte die DKG-Checkliste Handlungsbedarf an, welcher in 89% (24/27) durch die Eigenanamnese der Patientin und nur in 11% (3/27) aufgrund der familiären Belastung getriggert war. In 14,8% (4/27) der Checkliste-positiven Fälle konnte ein MMR-Defekt detektiert werden. In 89% der Patientinnen mit MMR-Defekt war die Checkliste negativ. Das Angebot zur genetischen Beratung/Testung nahmen bislang 6 Patientinnen mit MMR-Defekt wahr. Jeweils bei zwei Patientinnen wurden eine pathogene Mutation (MSH6 und MSH2), eine unklare Genvarianz und ein Normalbefund erhoben. Beide Patientinnen mit pathogener Mutation hatten ein unauffälliges Risiko analog der DKG-Checkliste.

Zusammenfassung:

Die publizierten Daten zur Inzidenz von MMR-Defekten beim EC konnten bestätigt werden. Die molekular-pathologische Tumorcharakterisierung bietet die Option zur anamneseunabhängigen Aufdeckung einer hereditären Belastung und ggfs. eines prädiktiven Markers. Sowohl Familien- und Eigenanamnese sind keine verlässlichen Instrumente zur Detektion von Patientinnen mit Lynch-Syndrom.