Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 187-188
DOI: 10.1055/s-0038-1671320
Poster
Freitag, 02.11.2018
Gynäkologische Onkologie IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Verlaufsanalyse von TP53 Genmutationen in primären und rezidivierten Vulvakarzinomen

S Regauer
1  Medizinische Universität Graz, Pathologie, Graz, Österreich
,
K Kashofer
1  Medizinische Universität Graz, Pathologie, Graz, Österreich
,
O Reich
2  Medizinische Universität Graz, Frauenklinik, Graz, Österreich
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Fragestellung:

Die biologische Wertigkeit von TP53-Genmutationen für den klinischen Verlauf vulvärer Plattenepithelkarzinomen ist unklar, insbesondere welche Rolle TP53-Genmutationen für invasive Vulvakarzinomrezidive spielen und ob der TP53 Genmutationstatus die Länge der krankheitsfreien Intervalle beeinflusst.

Methodik:

Wir analysierten die full coding sequence des TP53 Gens in archivierten Vulvakarzinomen und verglichen die TP53 Genmutationen wie auch den TP53-Status in primären und rezidivierten HPV-negativen Vulvakarzinomen von 23 Frauen und korrelierten diese mit der Länge der krankheitsfreien Intervalle.

Ergebnisse:

7/23 (30%) Patientinnen mit einem Vulvakarzinom ohne TP53 Genmutationen hatten das erste Rezidiv nach 62 Monaten (range 14 – 144), wovon 4/7 Rezidiv-Karzinome p53-wild-type blieben und 3/7 Rezidive TP53-Genmutationen zeigten. 16/23 (70%) TP53-genmutierte Vulvakarzinome rezidivierten nach 42 Monaten (range 12 – 108). Die Primärkarzinome zeigten eine Vielzahl zufällig verteilter TP53-Genmutationen mit gain- or loss-of-function. 81% (13/16) der Rezidivkarzinome zeigten wiederum TP53 Genmutationen: 5 Karzinome hatten idente, 8 unterschiedliche, typischerweise komplexere TP53-Mutationen. Eine Änderung des TP53-Genmutationsstatus konnte nur in Rezidiven in 6/23 Patienten nach mehr als 5 Jahren beobachtet werden (3/16 TP53-genmutierte und 3/7 nicht mutierte Karzinome). Nur Patientinnen mit multiplen Rezidiven und kurzen Intervallen hatten idente Mutationen.

Schlussfolgerung:

Sowohl Vulvakarzinome mit wie auch ohne TP53 Mutationen rezidivierten, aber die Intervalle waren signifikant länger bei Karzinomen mit p53 wild-type Protein. TP53-Mutationen waren in primären wie auch rezidivierten Karzinomen zufällig verteilt. Echte klonale Rezidive mit identischen TP53-Mutationen waren selten. Die höhere Komplexität von TP53-Mutationen in Vulvakarzinomrezidiven ist ein Indikator für genetische Instabilität. TP53-Mutationen in HPV-negativen Vulvakarzinomen können nicht nur in der Therapieplanung als Hilfestellung dienen, sondern auch als prognostischer Marker eingesetzt werden.