Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 191
DOI: 10.1055/s-0038-1671331
Poster
Freitag, 02.11.2018
Gynäkologische Onkologie IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Uterine Adenosarkome (AS) – Klinik, operative Primärtherapie und Einfluss des sarcomatous overgrowth (SO) auf die Rezidivrate und das Gesamtüberleben

, Promotions- und Forschungsgruppe genitale Sarkome (DKSM)
J Schädler
1  Universitätsmedizin Greifswald, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Frauenklinik, Greifswald, Deutschland
,
C Ständer
1  Universitätsmedizin Greifswald, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Frauenklinik, Greifswald, Deutschland
,
M Zygmunt
1  Universitätsmedizin Greifswald, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Frauenklinik, Greifswald, Deutschland
,
G Köhler
1  Universitätsmedizin Greifswald, Deutsches klinisches Kompetenzzentrum genitale Sarkome und Mischtumoren (DKSM), Frauenklinik, Greifswald, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielstellung:

Die uterinen AS sind seltene Mischtumoren aus benignen endometrialen Drüsen und einem malignen mesenchymalen Anteil. Ein sarcomatous overgrowth (SO) soll bei den gewöhnlich low-grade Tumoren mit einer aggressiveren Verlaufsform assoziiert sein. Für Deutschland existieren praktisch keine Daten zu den angewandten Operationsverfahren und zur prognostischen Relevanz des SO.

Materialien und Methoden:

Aus der Beratungsdatei des DKSM wurden 53 AS nach den oben genannten Kriterien analysiert.

Ergebnisse:

Das mediane Alter aller Frauen betrug 56 Jahre. FIGO-Stadien: I (81,7%), II (6,1%), III (2,0%), IV (10,2%). 62,3% der AS wiesen kein (AS-OS) und 37,3% wiesen ein SO (AS-SO) auf. Die Tumorgröße variierte von 0,5 – 22 cm (median 6,2 cm). Insgesamt 47,2% wurden mittels totaler und 20,8% mittels radikaler Hysterektomie operiert. 3,8% erhielten wegen bestehenden Kinderwunsches eine alleinige Abrasio. Eine pelvine/paraaortale Lymphonodektomie erfolgte in 32,1% (17,2% positive Lymphknoten) und eine Omentektomie in 32,7% (Tumorbefall 6,8%). Das tumorspezifische Überleben für AS-OS betrug median 51 und für AS-SO 23 Monate. Die 5-JÜL für AS-OS war mit 71,9% deutlich länger als für AS-SO mit 27,7%.

Insgesamt 28,3% aller AS rezidivieren (medianes RFI 79 Mo). Die Rezidivrate betrug 27,3% bei den AS-OS (medianes RFI 79, 75%-Perzentil 41 Mo) und 30% bei den AS-SO (75%-Perzentil des RFI 15 Mo). Das Abdomen und kleine Becken waren mit je 30,4% die häufigsten Manifestationsorte. Histologisch wurde in 70% eine niedrig- bis undifferenzierte Tumorneubildung nachgewiesen, wobei die sarkomatöse Komponente immer überwog.

Zusammenfassung:

Das SO ist sowohl hinsichtlich des RFI (p = 0,098) als auch des tumorspezifischen Gesamtüberlebens (p = 0,083) mit einer schlechteren Prognose assoziiert.