Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 193
DOI: 10.1055/s-0038-1671337
Poster
Freitag, 02.11.2018
Gynäkologische Onkologie VI
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

VEGR1, VEGR2 und HIF-1α als Biomarker für Lymphknotenbefall beim endometrioiden Hochrisikoendometriumkarzinom

A Soliman
1  Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
,
O Ortmann
2  Universität Regensburg, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Regensburg, Deutschland
,
E Inwald
2  Universität Regensburg, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Regensburg, Deutschland
,
O Güralp
1  Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
,
M Arvas
3  Universität Istanbul, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Istanbul, Türkei
,
E Malik
1  Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oldenburg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Die Vorhersagekraft der aktuellen histopathologischen Parameter bezüglich eines Lymphknotenbefalls beim Endometriumkarzinom ist gering. Dies bringt mit sich, dass ca. 90% der Patientinnen von der Lymphonodektomie nicht profitieren. Wir suchen neue Vorhersagemarker. In Analogie zum Tierversuch untersuchten wir die VEGFR1-, VEGFR2- und HIF-1α – Expression in paraffineingebetteten Proben des Endometriumkarzinoms bei Patientinnen mit und ohne Lymphknotenbefall.

Methode:

Es handelt sich um eine retrospektive multizentrische Studie. Insgesamt wurden 93 Patientinnen aus drei Unikliniken (Oldenburg, Regensburg und Istanbul) in die Studie aufgenommen. Aus den Paraffinblöcken der Hochrisikopatientinnen wurden nach Aufbau einer TMA immunohistochemisch die oben genannten Parameter bestimmt. Verglichen wurden Patientinnen mit einem Lymphknotenbefall mit denen ohne Lymphknotenbefall, bei Vorliegen eines endometrioiden Hochrisikoendomtriumkarzinoms. Der Expressionsgrad der jeweiligen Marker wurde als negativ, schwach positiv, mäßig positiv und stark positiv eingestuft. Es wurden 47 Patientinnen mit und 46 ohne Lymphknotenbefall ausgewertet.

Ergebnis:

Die Expression von VEGFR1 ist bei allen Hochrisikopatientinnen mäßig oder stark positiv erhöht. Einen Unterschied zwischen den Patientinnen mit und ohne Lymphknotenbefall gibt es nicht. VEGFR2 und HIF-1α werden dagegen bei allen Patientinnen entweder gar nicht oder lediglich schwach exprimiert, unabhängig vom Lymphknotenbefall. Expressionen von VEGFR1, VEGFR2 und HIF-1α unterscheiden sich in beiden Kollektiven nicht. In unserem Kollektiv hat der Lymphgefäßeinbruch die höchste Sensitivität und Spezifizität bezüglich der Vorhersagekraft des Lymphknotenbefalls.

Zusammenfassung:

VEGFR1 wird beim Hochrisikoendometriumkarzinom sehr stark exprimiert. Die o.g. Angiogenese-Parameter eignen sich nicht zur Vorhersage des Lymphknotenbefalls. Den besten Marker stellt der Lymphgefäßeinbruch dar.