Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 206
DOI: 10.1055/s-0038-1671377
Poster
Freitag, 02.11.2018
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vestibulodynie: eine zu oft verkannte Krankheit. Epidemiologische und klinische Daten von Patientinnen des Deutschen Zentrums für Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe

A Vartholomaiou
1  Agaplesion Allgemeines Krankenhaus Hagen, Frauenklinik, Hagen, Deutschland
,
W Mendling
2  Deutsches Zentrum für Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe, Wuppertal, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Unter Vestibulodynie versteht man Schmerzen oder Brennen im Bereich des weiblichen Vestibulums, die über mindestens 3 Monaten persistieren. Nach einer amerikanischen Studie leiden etwa 5 – 15% aller Frauen wenigstens einmal im Leben an dieser Krankheit.

Ziel der Präsentation ist die Darstellung und Wahrnehmung dieser Krankheit sowie die Vorstellung von (soweit uns bekannt) ersten Daten aus der deutschen Bevölkerung von Patientinnen mit Vestibulodynie.

Methode:

Retrospektive statistische Analyse der epidemiologischen, klinischen und therapeutischen Daten von etwa 650 Patientinnen, die im Zeitraum von 2012 bis Anfang 2016 im Deutschen Zentrum für Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe untersucht worden sind.

Ergebnisse:

Die Vestibulodynie betrifft prä- sowie postmenopausale Frauen jedes Alters. Das Maximum der Patientinnen ist zwischen 20 und 50 Jahre alt. Die vorherrschende Form der Krankheit ist die sekundäre provozierte Vestibulodynie. Bei etwa 70% der Patientinnen kommen begleitende Krankheiten, wie z.B. Reizdarm oder Reizblase, auch Endometriose vor. Fördernde Faktoren sind psychosozialer Stress und psychische Erkrankungen. Auch Frauen mit Atopie scheinen stärker als andere dazu disponiert zu sein.

Vestibulodynie ist eine komplexe, häufig nicht erkannte Krankheit mit wichtigen Konsequenzen für die körperliche und seelische Gesundheit einer Frau.