Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 211-212
DOI: 10.1055/s-0038-1671395
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vaginale anatomisch gerechte hohe mediale Rekonstruktion mit Lateraldefektbehebung der deszensusbedingten Blasenentleerungsstörung mittels Antegradem Nahtinstrument (ARSD-Ney)

J Neymeyer
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
S Weinberger
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
DE Moldovan
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
T Schlomm
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Ziel:

Die Blasenentleerungsstörung mit Restharnbildung und chronischem Harnwegsinfekt sind typische Symptome des Deszensus. Alleinige Zystozelen werden meistens mittels Kolporrhaphia anterior behandelt, jedoch bleibt ein gleichzeitig bestehender Lateraldefekt, der relevant zur Senkung des Scheidenachsenwinkels beiträgt, in den meisten Fällen aufgrund der operativ schwierig zu setzenden Annähte auf Höhe des Arcus tendineus unmittelbar oberhalb der Spina ossis ischii, im Sinne einer Rekonstruktion des Cardinalbandes, unbehandelt. Mittels eines antergraden, dissektionslosen Nahtinstrumentes (ARSD-Ney) soll nunmehr die operative Versorgung des Lateraldefektes optimiert werden.

Methode:

01/2016 – 12/2017 wurden 68 Patientinnen mit Zytourethrozele °II oder III, Stumpfdeszensus und Lateraldefekt mittels Antegrade Reusable Suturing Device (ARSD-Ney) durch eine Kolporrhaphia anterior, unilateraler hoher medialer Sakropexie und Lateraldefektbehebung versorgt. Zur Fixierung auf Level I/II wurde in 39 Fällen Ethibond-Fäden und in 19 Fällen SlimSling (3 mm Prolenenetzfaden) verwendet. Prae- und postoperativ erfolgte die Dokumentation mittels POPQ, QoL, PGI und Deutschem Beckenbodenfragebogen sowie mittels klinischer Untersuchung, US und MRT.

Ergebnisse:

Die mittlere Liegezeit betrug 3 Tage, die mittlere OP-Zeit 39 min (24 – 62 min). Die primäre Patientenzufriedenheit lag bei 88% (n = 61). Rezidive traten in 3 Fällen auf die durch Netzeinlage versorgt wurden. Das Miktionsverhalten und Restharnbildung verbesserte sich in 62 Fällen. Hämatome, CPP traten nicht auf. Wundheilungsstörung (n = 2) und Fadenerosion (n = 3) konnten mittels Entfernung in LA und konservativ oder ambulant therapiert werden.

Zusammenfassung:

Der Einsatz der Nahtzange ARSD-Ney zur Rekonstruktion des Beckenboden erwies sich als vorteilhaft. Es ist nunmehr möglich Level I/II und III mittels Naht auch ohne Netzeinsatz defektorientiert zu reparieren. Die Präparation und damit das zu heilende Wundgebiet verkleinerte sich. Prospektivstudien folgen.