Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 212
DOI: 10.1055/s-0038-1671396
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Modernes Komplikationsmanagement der kompletten Ureterdurchtrennung mittels minimalinvasiver, überbrückender, kontinuitätswiederherstellender, ummantelter Ureterschienung – Ureteric bridging with a fully coated stent

J Neymeyer
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
S Weinberger
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
DE Moldovan
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
K Kornienko
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
F Salem
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
,
T Schlomm
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik und Poliklinik für Urologie, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Ziel:

Ureterverletzungen bei laparoskopischen Eingriffen sind eine der häufigsten Komplikationen. Seit 2012 wurde in unser Klinik bei partiellen Ureterläsionen (n = 84) ein vollummantelter Stent eingesetzt, der den Ureter abdichtet und den Wundbereich mit einer Heilungsquote von 94% ohne Folgeeingriff ausleihen lies. Zu klären war, ob auch komplette Ureterdurchtrennungen mit einen fehlenden Ureterabschnitt abdichtend zu überbrücken wären und ob Folgeeingriffe notwendig bzw. die Vorraussetzungen für eine Sekundärversorgung verbessern würden.

Methode:

6 Patienten mit durchtrenntem Ureter nach laparoskopischen Eingriffen wurden von 05/2016 – 09/2017 mittels vollummantelten Stents (Ureterstent 120 × 10 mm, Allium) versorgt. Die Einlage erfolgte 5x retrograd, 1x antegrad unter radiologischer Kontrolle. Mittlere OP-Zeit betrug 36 min (21 – 57 min). Die zu überbrückende Distanz betrug im Mittel 1,6 cm (1,1 – 4,8 cm). Durch radiologische Kontrastmitteldarstellung wurde die Lage, Kontinuitätsherstellung und Abdichtung des Stentes im Ureters dokumentiert.

Ergebnisse:

Stententfernung erfolgte mittels URS und Fasszange problemfrei. Durch retrograde Darstellung und URS wurden keine Leckagen, Diskontinuitäten oder narbige Strikturen nachgewiesen. In zwei Fällen wurden bei Folgeeingriffen (Ovarialkarzinomrezidiv, Gefäßbypass) der abgedichtete, überbrückte Ureter mitversorgt. In diesen Fällen zeigte sich das „bridging“ als Suffizient.

Zusammenfassung:

Eine Ureterüberbrückung zur Primärversorgung oder zur temporären Kontinuitätsherstellung und/oder Trockenlegung erscheint mittels vollummantelten Stentes möglich. Aufgrund der Nitinolbeschichtung und abdichtenden Funktion des Stentes wurde die Wundheilung wesentlich verbessert bzw. es kam zu kompletten Ausheilung ohne Strikturen und Folgeeingriffe. Langzeitstudien folgen.