Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 213
DOI: 10.1055/s-0038-1671399
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Haemodynamische Auswirkungen einer intramyometranen Epinephrininjektionen zur Blutungsreduktion bei laparoskopischer Myomenukleation

J Nickol
1  Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Frauenklinik, Mannheim, Deutschland
,
S Berlit
1  Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Frauenklinik, Mannheim, Deutschland
,
S Lis
2  Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Institut für Psychiatrische und Psychosomatische Psychotherapie, Mannheim, Deutschland
,
A Hornemann
1  Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Frauenklinik, Mannheim, Deutschland
,
M Sütterlin
1  Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Frauenklinik, Mannheim, Deutschland
,
B Tuschy
1  Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Frauenklinik, Mannheim, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Obwohl die Laparoskopie, unter anderem aufgrund des geringen Blutverlustes, als Standardzugang zur Myomenukleation gilt, stellen intraoperative Blutungen aus dem Myombett eine mögliche Komplikation dar. Zur Blutungsprävention kommen mehrere vasokonstriktive und uterotonische Substanzen, darunter Epinephrin, zum Einsatz. Zielsetzung dieser Studie ist die bislang noch unzureichend evaluierte kardiovaskuläre Anwendungssicherheit einer intraoperativen myometrialen Epinephrininjektion zu untersuchen.

Methodik:

Es wurde eine retrospektive Datenerhebung von 185 laparoskopischen Myomenukleationen in der Universitätsmedizin Mannheim im Zeitraum von Februar 2001 bis November 2017 durchgeführt, hiervon 86 (n = 86) unter Verwendung intraoperativer Epinephrininjektion, 99 ohne medikamentöse Vasokonstriktion (n = 99). Analysiert wurden die im Intervall der Schnitt-Naht-Zeit im anästhesiologischen Überwachungsbogen dokumentierten Herzfrequenzen und Blutdrücke zur Detektion signifikanter Anstiege im Rahmen der Operation.

Ergebnisse:

Folgende Parameter waren im Studienkollektiv signifikant erhöht: maximaler systolischer Blutdruck (p < 0,001), maximaler Blutdruckanstieg innerhalb von 5 Minuten (p = 0,003), Dauer einer Hypertonie definiert mit RR > 140/100 mmHg (p = 0,012), maximale (p =< 0,01) und mittlere Herzfrequenz (p = 0,005). Der präoperative (p = 0,503) und postoperative (p = 0,122) Hb Wert war in beiden Gruppen vergleichbar. Während der Eingriffe kam es zu keinem klinisch relevanten haemodynamisch oder kardiologischen Zwischenfall.

Zusammenfassung:

Der intraoperative Einsatz von Epinephrin zur Blutungsreduktion führt zu signifikanten Veränderungen haemodynamischer Parameter. Obwohl es zu keinem klinisch relevanten Zwischenfall gekommen ist, sollte der Einsatz einer adäquaten Nutzen-Risiko-Abwägung unterzogen und kardiovaskulär gesunden Patientinnen vorbehalten werden. Unter diesen Voraussetzungen stellt Epinephrin eine sichere und kostengünstigere Alternative zum ebenfalls eingesetzten Vasopressin dar.