Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 214
DOI: 10.1055/s-0038-1671402
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pyoderma gangraenosum als postoperative Komplikation nach einer bilateralen onkologischen brusterhaltenden Therapie

N Orthmann
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Heidelberg, Deutschland
,
F Schütz
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Heidelberg, Deutschland
,
C Sohn
1  Universitätsfrauenklinik Heidelberg, Gynäkologie und Geburtshilfe, Heidelberg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Wir stellen den Fall einer Patientin vor, bei der nach beidseitiger brusterhaltender Therapie bei bilateralem Mammakarzinom eine ausgeprägte Wundheilungsstörung und -ulzeration aufgrund einer Pyoderma gangraenosum aufgetreten ist.

Mit der Vorstellung dieses eindrücklichen Falles und Krankheitsverlaufes soll ein Augenmerk auf diese seltene Komplikation gelegt werden. Insbesondere die Diagnosekriterien und die wichtigsten therapeutischen Grundsätze werden dabei dargelegt.

Materialien & Methoden:

Es wird als Case-Report über den postoperativen Verlauf einer 62-jährigen Patientin berichtet, die an unserer Klinik aufgrund eines bilateralen Mammakarzinoms operativ behandelt wurde.

Ergebnisse:

Neben Wundheilungsstörungen aufgrund von bakteriellen Infektionen gibt es auch seltene nichtinfektiöse Ursachen, die aufgrund der schwierig zu stellenden Diagnose häufig zunächst unerkannt bleiben und dadurch fulminant verlaufen können.

Eine dieser nichtinfektiösen Ursachen stellt die Pyoderma gangraenosum dar. Aufgrund der höheren Prävalenz von bakteriellen postoperativen Infektionen werden die Läsionen meist zunächst antibiotisch behandelt, der daraus resultierende verzögerte Beginn der adäquaten Therapie kann den Krankheitsverlauf deutlich aggravieren.

Typische Läsionen und Teil der Diagnosekriterien sind das Auftreten von sterilen, schmerzhaften Ulzerationen mit livide unterminierten Wundrändern und ein schnelles Fortschreiten der Läsionen.

Sobald der klinische Verdacht vorliegt ist der zügige Beginn einer adäquaten Immuntherapie, beispielsweise mit Kortison oder Ciclosporin A, essentiell.

Zusammenfassung:

Die Pyoderma gangraenosum stellt eine mögliche Differentialdiagnose bei postoperativen Ulzerationen an Weichteilgeweben wie der Mamma dar. Dies wird anhand eines Fallberichtes aus unserer Klinik veranschaulicht.

Insbesondere bei sterilen postoperativ auftretenden Läsionen, die nicht auf Antibiotikatherapie ansprechen, sollte an dieses Krankheitsbild gedacht werden. Eine schnelle Einleitung der notwendigen Immuntherapie ist der wichtigste prognostische Faktor für den Verlauf der Erkrankung.