Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 217
DOI: 10.1055/s-0038-1671411
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Postoperative Rezidiv- und Schwangerschaftsraten nach Sanierung moderater bzw. schwerer Endometriose (Stadium III/IV gemäß rASRM) – Ergebnisse einer retrospektiven 11-Jahres Auswertung einer Universitätsfrauenklinik

C Schippert
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
YJ Witte
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
P Soergel
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
E Kühnle
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
H Hertel
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
P Hillemanns
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
,
S Kundu
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hannover, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Nach moderater oder schwerer Endometriose treten häufig symptomatische Rezidive auf und die Fertilität kann eingeschränkt sein. Ziel der Studie war die Erhebung postoperativer Rezidiv- und Schwangerschaftsraten nach Sanierung einer Endometriose III°/IV° in unserer Klinik vor Zertifizierung als Endometriosezentrum (Stufe III).

Material/Methoden:

456 Patientinnen (Pat.), die von 2004 – 2014 bei Endometriose III°/IV° operiert wurden, wurden kontaktiert (Fragebogenbefragung; Rücklaufquote 45,2%/N = 206) und zu folgenden Faktoren befragt: prä-/postoperativen medikamentöse/operative Therapien und Schwangerschaften, operativen Komplikationen, Beschwerdelinderung, Rezidive, Rehabilitation (Reha).

Ergebnisse:

In 63,1% (N = 130) wurden Laparoskopien, in 21,8% (N = 45) Laparotomien, in 15% (N = 31) Konversionen durchgeführt. Die Operationsdauer betrug 81, 189 bzw. 202 min.

In 66,5% (N = 137) lag ein Stadium III, in 33,5% (N = 69) ein Stadium IV vor.

Komplette Sanierung in 90,8% (N = 187), Darm-/Blasenoperation bei 17 Pat., Komplikationsrate 6,8% (N = 14), mittleres Alter 37 Jahre.

Postoperativ erhielten 51,5% (N = 106) eine medikamentöse Rezidivtherapie. 6 Pat. (2,9%) erhielten eine Reha, 31,7% (N = 65) nicht, 134 Pat. (65,4%) waren nicht über eine Rehabilitationsmöglichkeit informiert.

Eine komplette/partielle Beschwerdelinderung erfolgte bei 93,2% (N = 192), die postoperative Rezidivrate betrug 21,8% (N = 45).

Postoperativ wurden 79 von 120 Frauen mit Kinderwunsch schwanger (65,8%; Geburtenrate 80,5%).

Zusammenfassung:

Die peri-/postoperative Komplikationsrate war trotz umfangreicher Interventionen niedrig (6,8%).

Kritisch zu bewerten und optimierungswürdig sind die niedrige Rate postoperativer medikamentöser Rezidivtherapien (51,5%) sowie die Tatsache, dass 65,4% der Pat. nicht über Rehabilitationsmöglichkeiten informiert waren.

Die Rezidivrate (21,8%) liegt im Rahmen der in der Literatur publizierten Daten.

Erfreulich hoch ist die postoperative Schwangerschaftsrate von 65,8%.

Diese Arbeit kann dazu beitragen, die Behandlung der an Endometriose III°/IV° Erkrankten bezüglich Rezidivrate und Fertilitätserhalt zu optimieren.