Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 217-218
DOI: 10.1055/s-0038-1671413
Poster
Freitag, 02.11.2018
Operative Gynäkologie, Urogynäkologie IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wachstumsverhalten humaner Endometrioseherde im Mausmodell in Abhängigkeit des Krankheitsstadiums der Gewebespender

L Stotz
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg, Deutschland
2  Universität des Saarlandes, Institut für klinisch-experimentelle Chirurgie, Homburg, Deutschland
,
JC Radosa
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg, Deutschland
,
C Körbel
2  Universität des Saarlandes, Institut für klinisch-experimentelle Chirurgie, Homburg, Deutschland
,
J Rudzitis-Auth
2  Universität des Saarlandes, Institut für klinisch-experimentelle Chirurgie, Homburg, Deutschland
,
P Sklavounos
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg, Deutschland
,
I Juhasz-Böss
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg, Deutschland
,
MD Menger
2  Universität des Saarlandes, Institut für klinisch-experimentelle Chirurgie, Homburg, Deutschland
,
EF Solomayer
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg, Deutschland
,
MW Laschke
2  Universität des Saarlandes, Institut für klinisch-experimentelle Chirurgie, Homburg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Endometriose ist eine gynäkologische Erkrankung, welche durch das zyklische, östrogenabhängige Wachstum von Endometrioseherden außerhalb der Gebärmutterhöhle charakterisiert ist. In zahlreichen tierexperimentellen Studien wurde das Wachstumsverhalten Endometriose-ähnlicher Läsionen untersucht. Hierfür werden häufig Uterusfragmente von Spendermäusen in die Bauchhöhle von Empfängermäusen transplantiert. In der vorliegenden Studie wurden dagegen Endometriumproben von Patientinnen in unterschiedlichen Krankheitsstadien der Endometriose und Proben von Patientinnen ohne Endometriose (gesunde Kontrollgruppe) zur Induktion von Endometrioseherden in den Versuchstieren verwendet.

Methodik:

Bei den eingeschlossenen Patientinnen erfolgte die Entnahme der Endometriumproben mittels Pipelle. Als Empfängertiere dienten 30 immuninkompetente CD1 nu/nu Mäuse, welche 14 Tage vor der Gewebetransplantation ovarektomiert wurden, um vergleichbare Östrogenspiegel in den einzelnen Tieren gewährleisten zu können. Zur Endometrioseinduktion wurden die humanen Endometriumproben (Durchmesser 2 mm) nach Laparotomie in allen vier Quadranten an das Peritoneum der Mäuse angenäht. Einmal wöchentlich erfolgte zur Dokumentation des Größenwachstums der Endometrioseherde eine hochauflösende 40 Mhz Ultraschalluntersuchung der Tiere sowie eine Östrogensubstitution (100 µg/kg Beta-Estradiol-17-valerat s.c.), um physiologische Östrogenspiegel zu induzieren. Nach 28 Tagen wurden die Endometrioseherde mittels Schieblehre vermessen und für weitere histologische Analysen exzidiert.

Ergebnisse:

In einer ersten Zwischenauswertung zeigten sich bei den Schieblehredaten größere Endometrioseherde im Tiermodell bei Gewebeproben von Patientinnen mit ausgedehnter Endometriose (rASRM: III-IV) mit 2,8 ± 1,3 mm2 (MW ± SD) im Vergleich zu Gewebe der Kontrollgruppe mit 1,8 ± 0,7 mm2 (MW ± SD).

Schlussfolgerung:

Die bisherigen Zwischenergebnisse zeigen ein aggressiveres Wachstumsverhalten des Endometriumgewebes von Patientinnen mit ausgedehnter Endometriose. Dies deutet darauf hin, dass pathologische Veränderungen des eutopen Endometriums das Risiko der Entstehung einer Endometriose erhöhen.