Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 221
DOI: 10.1055/s-0038-1671424
Poster
Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vaginale Beckenendlagengeburt vor und nach dem errechneten Geburtstermin Fall-Kontroll-Studie – FRABAT Kohorte

CJ Möllmann
1  Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
L Jennewein
1  Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
B Paul
1  Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
U Kielland-Kaisen
1  Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
D Brüggmann
1  Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
F Louwen
1  Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Es ist Ziel dieser Studie, vaginal angestrebte Beckenendlagengeburten hinsichtlich maternaler und kindlicher Outcomeparameter sowie dem erfolgten Geburtsmodus zu analysieren. Es werden dabei Geburten vor dem berechneten Termin zu Geburten, die nach dem Termin erfolgten, verglichen.

Methoden:

Diese prospektive Fall-Kontroll-Studie schließt 1161 erstgebärde Frauen ein, die zwischen Januar 2010 und Dezember 2016 eine vaginale Beckenendlagengeburt eines Einlings im Perinatalzentrum der Goethe-Universität Frankfurt angestrebten. Patientinnen, die Mehrlinge, Frühgeborene, Kinder unter 2500 g oder Kinder mit Fehlbildungen erwarteten, wurden von der Studie ausgeschlossen.

Ergebnisse:

447 Patientinnen (51%) haben vor oder am errechneten Geburtstermin entbunden. 380 (46%) Geburten fanden nach dem errechneten Geburtstermin statt. Vergleicht man beide Gruppen, zeigte sich kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der mütterlichen und kindlichen Mortalität sowie Morbidität (z.B. Geburtsverletzungen). Die Rate von sekundären Kaiserschnitten war in der Gruppe der Entbindungen nach dem Termin signifikant erhöht. Hier zeigte sich ebenfalls eine erhöhte Rate von geburtshilflichen Manövern, die zur vaginalen Entbindung nötig waren.

Schlussfolgerung:

Viele nationale Gesellschaften propagieren die vaginal angestrebte Beckenendlagenentbindung innerhalb eines gut selektierten Patientenklientels. Im Falle einer Terminüberschreitung wird häufig ein primärer Kaiserschnitt empfohlen. Diese Studie zeigte, dass sich die mütterliche und kindliche Mortalität sowie Morbidität im Rahmen einer vaginalem Beckenendlagenentbindung auch nach Erreichen des Geburtstermins nicht signifikant erhöht. Die Studie untermauert somit nicht, dass ein primär geplanter Kaiserschnitt nach dem Entbindungstermin indiziert ist.