Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 227
DOI: 10.1055/s-0038-1671444
Poster
Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Postoperative Komplikation nach Ballonkatheterokklusion der A. uterinae bei Plazenta increta

S Sabel
1  Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin, Berlin, Deutschland
,
S Wegener
1  Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin, Berlin, Deutschland
,
U Jarchau
1  Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin, Berlin, Deutschland
,
C von Heymann
2  Klinikum im Friedrichshain, Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Berlin, Deutschland
,
L Hellmeyer
1  Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Hintergrund:

Die Plazenta increta ist eine pathologische Invasion der Plazenta bis ins Myometrium uteri mit einer Prävalenz von 1:5000 und gekennzeichnet durch einen hohen intraoperativen Blutverlust. Das präoperative Management ist bisher kaum standardisiert.

Fallvorstellung:

Aufnahme der 37-jährigen IIIG/IIP in der 33 + 5. SSW mit Infekt der oberen Atemwege. Sonographisch zeitgerechte Einlingsgravidität sowie eine zuvor nicht bekannte Plazenta praevia totalis mit sonographischem V.a. partielle Plazenta increta. Es erfolgte eine Befundbestätigung per MRT und Planung der primären Re-Sectio in Hysterektomiebereitschaft mit präoperativer temporärer Ballonkatheterokklusion der A. uterinae. Nebenbefundlich bestand eine Anämie (Hb 7,9 g/dl), somit präoperativ Transfusion von zwei ErythrozytenkonzentratenIn der 35 + 0SSW erfolgte die primäre Re-Sectio in Allgemeinanästhesie mit Entwicklung eines Frühgeborenen (2550 g, Apgar 3 – 4-8, NA-pH: 7,19). Intraoperativ Indikation zur Hysterektomie bei Plazneta increta. Bei Blutverlust von 3 Litern intraoperative Gabe von zwei Erythrozytenkonzentrate und 180 ml Cellsaver-Blut, 3 g Fibrinogen und 2 g Tranexamsäure. Postoperativ Entfernung der Ballonkatheter und Überwachung auf der Intensivstation mit Frühmobilisierung und Thromboembolieprophylaxe mit Fragmin P 1x/d s.c. Am 5. postoperativen Tag gab die Patientin starke Flankenschmerzen rechtsseitig an bei urologisch unauffälligem Befund. Im CT-Abdomen V.a. thrombotischen Verschluss der linken A. iliaca externa. Bestätigung der Thrombose durch eine Duplexsonografie. Es erfolgte die komplikationslose Embolektomie der linken A. iliaca externa mit anschließender Antikoagulation (Clexane 40 1 x täglich). Entlassung der Patientin nach unauffälliger Abschlussuntersuchung mit ASS 100 für 6 Wochen.

Schlussfolgerung:

Trotz umfassendem präoperativen Managements und frühzeitiger Entfernung der Ballonkatheter, Frühmobilisation sowie Thromboembolieprophylaxe mittels niedermolekularem Heparin konnte zwar ein intraoperativer Blutverlust vermindert, aber ein postoperatives thromboembolisches Ereignis nicht verhindert werden.