Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 227
DOI: 10.1055/s-0038-1671446
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Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Folsäuremangel-bedingte Panzytopenie in der Schwangerschaft – ein Fallbericht

W Schaarschmidt
1  Universität Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
L Holetzke
1  Universität Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
D Brüggmann
1  Universität Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
,
F Louwen
1  Universität Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einleitung:

Die Schwangerschaft ist ein Zustand mit hohem Stoffwechselbedarf, der zu Anämie und Thrombozytopenie führt, die meist durch den Verdünnungseffekt des erhöhten Plasmavolumens verursacht werden. In den meisten Fällen besteht keine Notwendigkeit für eine Therapie, solange es keinen Mangel an Mikronährstoffen gibt, was oft in Entwicklungsländern beobachtet wird.

Fallbericht:

Eine 28-jährige II. Gravida/I. Para stellte sich in der 31. Schwangerschaftswoche mit Durchfall, Erbrechen und Aphthen vor und es wurde eine kürzlich aufgetretene Panzytopenie bestätigt. Die Patientin wurde in Eritrea geboren wuchs dort auf, lebte aber seit einem Jahr in Deutschland. Ein multidisziplinärer Ansatz identifizierte den erkannten Folsäuremangel als wahrscheinlichsten Grund für die Panzytopenie in diesem Fall. Nach Transfusion von 2 Erythrozytenkonzentraten und Folsäure/Eisen/B12-Behandlung zeigte sich die Panzytopenie nach 5 Tagen fast vollständig reversibel.

Zusammenfassung:

Ernährungsbedingte Panzytopenien bei Schwangeren aus Afrika sollten zuerst in Betracht gezogen und behandelt werden, da dies der häufigste Grund ist. Die therapieresistente Panzytopenie muss multidisziplinär angegangen werden, um andere Differentialdiagnosen auszuschließen.