Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 228
DOI: 10.1055/s-0038-1671449
Poster
Freitag, 02.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin IV
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Retrospektiver Vergleich des perinatalen Outcomes bei drohender Frühgeburt vor und nach Einführung der Sekundärprophylaxe mittels Cerclagepessar

U Schneider
1  Universitätsklinikum, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
EM Dorsch
1  Universitätsklinikum, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
K Dawczynski
2  Universitätsklinikum, Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Jena, Deutschland
,
E Schleußner
1  Universitätsklinikum, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Fragestellung:

Nach der PECEP-Studie (Goya et al. Lancet 2012) wurde die Sekundärprophylaxe mittels Cerclagepessar bei (ggf. nach Therapie) asymptomatischer Zervixverkürzung < 25 mm (20 – 30 SSW, Einlingen) eingeführt. Retrospektiv untersucht wird der Einfluss auf Frühgeburtsrate (FGR), neonatales Outcome (neoOut), Hospitalisierungszeiten, infektiöse Komplikationen und Schwangerschaftsverlängerung.

Methode:

Von 2013 – 2015 wurden 49 Patientinnen standardisiert mit Pessar behandelt, die Daten aus den Fallakten erhoben (2x LOF). Kontrollen (2010 – 2012) wurden anhand der ICD-10 (Zervixinsuffizienz) ermittelt; gefolgt von einem zweischrittigen Ausschluss- und Losverfahren. Das Fall-Kontroll-Matching lag bei knapp 1:2 (47 vs. 71). Studien- und Kontrollgruppe unterschieden sich im Gestationsalter bei Eintritt (EGA); daher erfolgte eine Subgruppenanalyse für 23/0 – 27/6 SSW. 83,0% der Studiengruppe, aber nur 18,3% der Kontrollen erhielten zusätzlich Progesteron (PG).

Resultate:

FGR (< 37+0 SSW 29,8 vs. 29,9%; < 34+0 SSW 10,6 vs. 11,3%) und neoOut (composite 25,6 vs. 25,4%) waren identisch. Die Schwangerschaftsprolongation in der Subgruppe lag bei 86,6 vs. 75,7 d (p = 0,133) bei einem EGA von 176,4 vs. 183,1 d (p = 0,002), die FGR < 34 SSW bei 8,8 vs. 18,5% (p = 0,265). Die Hospitalisierungszeit lag im Mittel bei 10,8 vs. 11,8 d, in der Kontrollgruppe waren 10 Patn. ≥28 d stationär, in der Studiengruppe keine > 23 d (Entlassung 24 – 48h nach Pessaranlage). Es kam zu einem perinatalen Todesfall bei schweren AIS (Studiengruppe 26+4 SSW, Pessaranlage 24+0 SSW), die Rate an neonatalen Infektionen lag bei 4,7 vs. 7,0% (n.s.).

Diskussion:

Der Pessareinsatz führte zu einem großzügigeren Entlassmanagement ohne negative Einflüsse auf FGR oder neoOut, insbesondere bei 23/0 – 27/6 SSW. Die FGR war gruppenübergreifend ohne PG doppelt so hoch (Exp 2,04 [1,04 – 4,01]).