Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 254
DOI: 10.1055/s-0038-1671530
Poster
Freitag, 02.11.2018
Senologie III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Verhornendes Plattenepithelkarzinom der Mamma in der Schwangerschaft – eine Rarität und eine Herausforderung an das therapeutische Management

CE Sadowski
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
2  German Cancer Consortium (DKTK), Dresden and German Cancer Research Center (DKFZ), Heidelberg, Deutschland
,
A Petzold
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
2  German Cancer Consortium (DKTK), Dresden and German Cancer Research Center (DKFZ), Heidelberg, Deutschland
,
C Meisel
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
2  German Cancer Consortium (DKTK), Dresden and German Cancer Research Center (DKFZ), Heidelberg, Deutschland
,
A Forberger
3  Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Institut für Pathologie, Dresden, Deutschland
,
J Schönlebe
4  Städtisches Klinikum Dresden Friedrichstadt, Institut für Pathologie, Dresden, Deutschland
,
T Link
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
2  German Cancer Consortium (DKTK), Dresden and German Cancer Research Center (DKFZ), Heidelberg, Deutschland
,
P Wimberger
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
2  German Cancer Consortium (DKTK), Dresden and German Cancer Research Center (DKFZ), Heidelberg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Fragestellung:

Das Mammakarzinom ist bei Frauen unter 35 Jahren mit einem Anteil von etwa 30% die häufigste Krebserkrankung. Etwa 1 – 3% aller Mammakarzinome werden während einer Schwangerschaft diagnostiziert. Die Inzidenz des schwangerschaftsassoziierten Mammakarzinoms wird aufgrund des steigenden Alters der Gebärenden zunehmen. Das Auftreten eines Mammakarzinoms in der Schwangerschaft ist eine der größten therapeutischen, psychologischen, aber vor allem persönlichen Herausforderungen für die Patientin und deren Familie.

Methodik:

Wir berichten über eine Patientin mit der Erstdiagnose eines Plattenepithelkarzinoms der Mamma in der Schwangerschaft.

Ergebnisse:

Die Erstvorstellung der 30-jährigen Patientin erfolgte aufgrund eines größenprogredienten Tastbefundes der Mamma rechts in der 27. SSW. Die Stanzbiopsie der 6 cm großen echoinhomogenen Raumforderung ergab die seltene Entität eines verhornenden Plattenepithelkarzinoms, G3 mit der Tumorformel: cT3 cN0 cM0, ER und PR 30% IRS 4, Her2-neu negativ, Ki67: 40%. Die Metastasierung eines primären Plattenepithelkarzinom anderer Lokalisation konnte ausgeschlossen werden. Es wurde die neoadjuvante Chemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel begonnen. Wegen einer schweren allergischen Reaktion auf Paclitaxel im 2. Zyklus erfolgten die primäre Sectio caesarea in der 32. SSW und die Umstellung der Chemotherapie. Nach 4 Zyklen EC sowie 10 Zyklen Nab-Paclitaxel in Kombination mit Carboplatin wurde die Segmentresektion mit Sentinel node Biopsie durchgeführt. Histologisch war eine pathologische Komplettremission zu sehen. Aufgrund der positiven Familien- und Eigenanamnese erfolgte die Genanalyse, die eine pathogene BRCA1-Mutation ergab. Die Patientin ist derzeit unter Tamoxifen und GNRH rezidivfrei.

Schlussfolgerung:

Die Prognose der Patientinnen mit Mammakarzinom wird vor allem vom Stadium und Biologie der Erkrankung bestimmt und sollte so ähnlich wie möglich der Therapie der nicht-schwangeren Patientin entsprechen.