Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 257
DOI: 10.1055/s-0038-1671539
Poster
Freitag, 02.11.2018
Case-Report II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sinusvenenthrombose und Hyperemesis gravidarum in ersten Trimenon – Eine Fallvorstellung

S Gürgan
1  Universitätsfrauenklinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
,
J Pauluschke-Fröhlich
1  Universitätsfrauenklinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
,
D Weiß
2  Universitätsklinik Tübingen, Neurologische Klinik, Tübingen, Deutschland
,
H Abele
1  Universitätsfrauenklinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einführung:

Die Sinusvenenthrombose (SVT) ist eine seltene Erkrankung, die in der Schwangerschaft eher im 2. bis 3. Trimenon vorkommt. Gerinnungsstörungen und Exsikkose sind wichtige begünstigende Faktoren für eine SVT in Schwangerschaft. Häufigste Symptome sind Kopfschmerzen, Wesensänderungen und Sehstörungen.

Fallvorstellung:

Die stationäre Aufnahme einer 22-jährigen V Gravida/IV Para erfolgte in der 12+2 SSW mit Hyperemesis gravidarum. Ein bei progredienter Vigilanzminderung durchgeführtes MRT zeigte eine Thrombose des Sinus sagittalis und des Sinus transversus linksseitig mit mehreren supratentoriellen Ischämien. Nach erfolgreicher mechanischer Rekanalisation war der Sinus sagittalis superior sowie Sinus transversus rechts wieder frei durchgängig. Der Sinus transversus links blieb weiterhin verschlossen. Eine sekundäre Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin wurde begonnen. Die Patientin konnte in stabilem Zustand in hausärztlicher und gynäkologischer ambulante Weiterbetreuung entlassen werden.

Zusammenfassung:

Hyperemesis gravidarum kann zur Hyperkoagulabilität während der Schwangerschaft beitragen und dabei eine SVT begünstigen. Deswegen sollte bei Vigilanzminderung in Schwangerschaft eine SVT in Erwägung gezogen werden.