Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 257
DOI: 10.1055/s-0038-1671540
Poster
Freitag, 02.11.2018
Case-Report II
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Primär metastasiertes Endometriumcarcinom. 4-Jähriges follow up. ED 2014: pTIVb(FIGOIVB)NxM1(pulmonal und ossär)G2

I Mösler
1  Gynäkologische Gemeinschaftspraxis Ochtrup, Ochtrup, Deutschland
2  St. Antonius Hospital Gronau GmBH, Gynäkologie, Gronau, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das Endometriumcarcinom (ECA) stellt in Deutschland etwa 5 – 6% der malignen Tumoren und belegt nach dem Mammacarcinom Rang 2 der malignen Erkrankungen der Frau. In der Regel wird das ECA nach Auftreten irregulärer Blutungen im Stadium I und II diagnostiziert und behandelt. Die 5JÜR schwankt zwischen 70 – 80%. Das Stadium IVb ist mit ca. 2,2% vertreten. Frauen bei denen ein fortgeschrittenes ECA diagnostiziert wird haben eine geringe 5JÜR.

Materialien:

Vorstellung der leitliniengerechten Therapie des fortgeschrittenen ECA. Vorstellung einer 76-jährige Patientin, die 2014 mit einem primär metastasierten Stadium pTIVb(FIGOIVB)NxM1(pulmonal und ossär)G2 diagnostiziert wurde.

Methode:

der Case Report begleitet die Patientin in der Diagnostik, Therapiefindung und Durchführung derselben. Bei Ablehnung der angebotenen palliativen Chemotherapie wird der klinisch asymptomatischen Patientin eine hochdosierte Progesterontherapie angeboten. Bis 2017 wurde ein Regress der pulmonalen Metastasen bei gut erhaltener Lebensqualität festgestellt. 2017 – 2018 wurde ein stable disease beobachtet. Ab 2018 kommt es zu einem leichten Progress der pulmonalen Metastasen, weshalb eine Umstellung der hormonellen Therapie auf Tamoxifen erfolgte.

Die ossären Metastasen waren im gesamten Zeitraum unter der durchgeführten Therapie (Radiatio und Bisphosphonatgabe) asymptomatisch.

Ergebnisse:

Bei der 76-jährigen Patientin wurde ein ECA im Stadium pTIVb(FIGOIVB)NxM1(pulmonal und ossär)G2 diagnostiziert. Trotz Verzicht auf Chemotherapie konnte ein langes Progressfreies und asymptomatisches Überleben verzeichnet werden.

Zusammenfassung:

Die Therapie des fortgeschrittenen ECA umfasst die Operation, Chemo- und Radiotherapie. Bei geriatrische Patienten, welche die Chemotherapie ablehnen, kann nach entsprechender Aufklärung auch eine palliative hormonelle Therapie angeboten werden, wobei der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund steht.