Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 271
DOI: 10.1055/s-0038-1671585
Freie Vorträge
Mittwoch, 31.10.2018
Höhergradige Dammrisse: eine geburtshilfliche und urogynäkologische Herausforderung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Multimodale Erhebung der Beckenbodenfunktion und Lebensqualität von Frauen nach Geburt mit höhergradigem Dammriss

C Stippig
1  Universitätklinikum Freiburg, Frauenklinik, Freiburg, Deutschland
,
J Farthmann
1  Universitätklinikum Freiburg, Frauenklinik, Freiburg, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Höhergradige Dammrisse sind ein Risiko bei vaginalen Geburten und haben mögliche Langzeitrisiken für die Patientinnen. Hierzu zählen Stuhlinkontinenz und Genitalprolaps. Allerdings treten die Symptome meist erst nach einer langen Zeit auf, und es gibt eine hohe Dunkelziffer. Ziel der Studie war es, Frauen nach höhergradigen Dammrissen hinsichtlich Lebensqualität, Senkungs-/Inkontinenzbeschwerden etc. nachzubeobachten und die Befunde mit der 3D-Sonografie und der klinischen Untersuchung zu korrelieren.

Materialien:

Nach Zustimmung der Ethikkommission wurden alle Patientinnen mit einem DR III oder IV zwischen 2012 und 2016 zur Nachuntersuchung in unser Haus der Maximalversorgung eingeladen. Daten zur Geburt (Geburtsmodus, Kindsdaten, Gestationsdiabetes etc.) sowie zur Versorgung der Dammverletzung wurden aus den Akten herausgesucht. Bei den Patientinnen, die zur Untersuchung kommen konnten, wurden u.a. folgende Daten erhoben: POP-Q, 3D-Sonografie des Beckenbodens, Sphinctersonografie sowie die Erhebung des Deutschen Beckenbodenfragebogens und des Wexner-Scores. Darüber hinaus wurden Fragen zur Familienplanung und zu Folgeschwangerschaften gestellt.

Ergebnisse:

Von den 76 in Frage kommenden Patientinnen, konnten 37 erreicht werden. Von diesen füllten 13 nur die Fragebögen aus, 24 konnten zur Nachuntersuchung kommen. Das mittlere Alter der Frauen war 31,5 Jahre zum Zeitpunkt der Entbindung und 36 Jahre zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung. Der höhergradige Dammriss hatte bei fast keiner der Frauen einen Einfluss auf die Familienplanung.

Zusammenfassung:

Patientinnen nach einem höhergradigen Dammriss sind sich der besonderen Situation bewusst. Eine Nachuntersuchung wurde sofern möglich gerne in Anspruch genommen.