Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 271
DOI: 10.1055/s-0038-1671586
Freie Vorträge
Mittwoch, 31.10.2018
Hysterektomie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Totale Laparoskopische Hysterektomie (TLH) – Ausbildung von Operateuren am Beispiel einer standardisierten laparoskopischen Operation

A Müller
1  Städtisches Klinikum Karlsruhe, Frauenklinik, Karlsruhe, Deutschland
,
S Emir
2  Städtisches Klinikum Karlsruhe, Karlsruhe, Deutschland
,
MW Beckmann
3  Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
,
T Hildebrandt
3  Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Einleitung:

Operative Ausbildung bedeutet oft Operieren unter Anleitung eines erfahrenen Arztes. Sind Ausbildungseingriffe mit höherer Komplikationsrate, Transfusionsrate und längerem stationärem Aufenthalt verbunden? Was kostet uns diese Ausbildung im Operationssaal an wertvoller OP-Zeit?

Material/Methoden:

Ausgewertet wurden retrospektiv die Daten von 571 Patientinnen, die an der Universitätsfrauenklinik Erlangen in den Jahren 2009 bis 2012 und von 255 Patientinnen, die am Städtischen Klinikum Karlsruhe in den Jahren 2013 bis 2014 operiert wurden. Die Patientinnen wurden in zwei Gruppen unterteilt: OA-Gruppe, wenn die OP von einem erfahrenen Oberarzt (OA) durchgeführt wurde (mindestens 40 selbstdurchgeführte Operationen); AA-Gruppe, wenn die OP von einem Assistenzarzt (AA) mit weniger als 40 selbstdurchgeführten Operationen durchgeführt wurde.

Ergebnisse:

In Karlsruhe waren die Patientinnen der AA-Gruppe etwas jünger, die Adnexektomierate war etwas niedriger, in Erlangen waren die Patientinnen der AA-Gruppe seltener voroperiert. Die Uterusgewichte waren annähernd gleich, auch der Blutverlust war in beiden Gruppen gleich. Hinsichtlich Transfusionsrate und Komplikationsrate gab es keine Unterschiede. Die Schnitt-Naht-Zeit war mit ca. 10 min (Erlangen) bzw. 20 min (Karlsruhe) signifikant kürzer in der OA-Gruppe.

Schlussfolgerungen:

Ausbildungs- oder Lehroperationen unter Anleitung eines erfahrenen Operateurs sind genauso sicher, wie Operationen, die durch erfahrene Operateure selbst durchgeführt werden. Das retrospektive Studiendesign bringt selbstverständlich Limitationen der Interpretation mit sich: die Patientinnen, die durch OÄ operiert wurden, waren zum Teil häufiger voroperiert, auch zeigte sich einen Tendenz zu größeren Uteri bei diesen Patientinnen. Operative Ausbildung, hier am Beispiel der TLH, bedeutet einen zeitlichen Mehraufwand von ca. 10 bzw. 20 (gut investierten!) Minuten pro Operation.