Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 286
DOI: 10.1055/s-0038-1671629
Freie Vorträge
Freitag, 02.11.2018
Aktuelle Kontroversen bei der Therapie des Mammakarzinoms
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Risikofaktoren für das triple negative Mammakarzinom im Vergleich zu anderen Mammakarzinomsubtypen: Ergebnisse einer monozentrischen Kohortenstudie

J Radosa
1  Universität des Saarlandes, Frauenklinik, Homburg Saar, Deutschland
,
MP Radosa
2  Diakonie Klinik Kassel, Gynäkologie, Kassel, Deutschland
,
A Hamza
3  Universität des Saarlandes, Gynäkologie, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg Saar, Deutschland
,
T Zoltan
2  Diakonie Klinik Kassel, Gynäkologie, Kassel, Deutschland
,
EF Solomayer
1  Universität des Saarlandes, Frauenklinik, Homburg Saar, Deutschland
,
T King
4  Memorial Sloan Kettering Cancer Center, Breast Surgery Department, New York, Vereinigte Staaten von Amerika
,
M Morrow
4  Memorial Sloan Kettering Cancer Center, Breast Surgery Department, New York, Vereinigte Staaten von Amerika
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das Ziel dieser retrospektiven Kohortenstudie war es Risikofaktoren für die Entwicklung eines triple negativen Mammakarzinomes (TNBC) im Vergleich zu Risikofaktoren für andere Mammakarzinomsubtypen zu identifizieren.

Material und Methodik:

Alle Patientinnen, welche aufgrund eines primären Mammakarzinoms zwischen Januar 1998 und Dezember 2011 an der Abteilung für Brustchirurgie des Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York/USA behandelt wurden, wurden mithilfe einer prospektiv erstellten Datenbank retrospektiv identifiziert. Es wurden epidemiologische, histo-pathologische, fertilitätsbezogene, soziale und anamnestische Parameter anhand von Patientenakten extrahiert und analysiert. Die statistische Analyse erfolgte zunächst univariat und im Anschluss multivariat.

Ergebnisse:

12.915 Patientinnen konnten in die finale Analyse miteingeschlossen werden. 8997 (70%) waren Luminal A Tumore, 1930 (15%) triple negative Tumore, 1241 (10%) Luminal B Tumore und 747 (5%) Her2 positive Tumore. Patientinnen mit TNBC waren häufiger afro-amerikanscher Herkunft, zeigten einen höheren BMI, weniger dichtes Brustdrüsengewebe und waren häufiger Multipara im Vergleich zu anderen Mammakarzinomsubtypen. Hinsichtlich der familiären Belastung wiesen Frauen mit TNBC eine höhere Anzahl an erkrankten Familienmitgliedern, sowie einen größeren Anteil an BRCA Mutation auf.

Zusammenfassung:

Die Studie zeigt unterschiedliche Risikofaktoren für das TNBC im Vergleich zu anderen Mammakarzinomsubtypen. Diese Ergebnisse können helfen die Früherkennung dieser Tumorentität weiter zu verbessern.