Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 286
DOI: 10.1055/s-0038-1671630
Freie Vorträge
Freitag, 02.11.2018
Aktuelle Kontroversen bei der Therapie des Mammakarzinoms
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Chemotherapie-Anwendung beim frühen Mammakarzinom in Deutschland – aktuelle Daten aus 179 Brustkrebszentren (2008 – 2015)

F Riedel
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
J Heil
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
R Mahdi
2  Europäisches Brustzentrum Dr. Mahdi Rezai, Luisenkrankenhaus, Düsseldorf, Deutschland
,
U Nitz
3  Evangelisches Krankenhaus Bethesda, Brustzentrum Niederrhein, Mönchengladbach, Deutschland
,
M Moderow
4  Westdeutsches Brust-Centrum GmbH, Düsseldorf, Deutschland
,
M Golatta
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
B Schäfgen
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
C Sohn
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
F Schütz
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
A Schneeweiss
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
5  Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg, Deutschland
,
A Hennigs
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
20. September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

In der letzten Dekade konnte ein Bedeutungszuwachs der neoadjuvanten Anwendung von Chemotherapie (NACT) gegenüber der Adjuvanz (ACT) in der Therapie des frühen Mammakarzinoms beobachtet werden. Ziel der vorliegenden Studie ist es, anhand deutschlandweiter Registerdaten diese Veränderungen in der Anwendung von Chemotherapie und daraus erzielte Outcome-Resultate beim frühen Mammakarzinom aufzuzeigen und Unterschiede zwischen einzelnen Kliniksettings herauszuarbeiten.

Materialien und Methoden:

Die zugrundeliegenden Daten für den Zeitraum 2008 – 2015 entstammen Klinikregistern von 179 zertifizierten und nicht-zertifizierten Brustkrebszentren in Deutschland und wurden prospektiv über die Westdeutsche Brust-Centrum GmbH zum Zwecke der externen Qualitätssicherung bzw. des Benchmarkings aus der laufenden Routine der einzelnen Zentren heraus erhoben.

Ergebnisse:

Insgesamt n = 191.418 Patientinnen aus 179 Brustkrebszentren (46,3% akadem. Lehrkrankenhaus; 10,3% Universitätskliniken; 43,3% sonstige Kliniken) wurden in diese Analyse eingeschlossen, von denen 66.000 (34,5%) Chemotherapie erhielten, davon wiederum 15.405 (23,3%) als NACT und 50.595 (76,7%) als ACT. Die Gesamt-Chemotherapie-Anwendung sank von 42,1% in 2008 auf 30,4% in 2015. Der Anteil von NACT stieg von 17,7% auf 42,1%, unabhängig vom Tumorsubtyp, aber am deutlichsten in den universitären Brustkrebszentren. Darüber hinaus stieg der Anteil der Komplettremissionen (pCR; definiert als ypT0 ypN0) nach NACT von 13,3% in 2008 auf 23,6% in 2015; am deutlichsten hierbei beim triple-negativen Subtyp.

Zusammenfassung:

Die Ergebnisse spiegeln den Bedeutungszuwachs der NACT in der Therapie des frühen Mammakarzinoms in Deutschland in den vergangenen Jahren wider. Der Anstieg des pCR-Anteils über die Zeit korreliert dabei mit den erzielten Verbesserungen im Outcome von frühem Brustkrebs.