Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 293
DOI: 10.1055/s-0038-1671651
Freie Vorträge
Samstag, 03.11.2018
Fokus: best of Pränatal- und Geburtsmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das fetale Geburtsgewicht korreliert mit einer erhöhten Rate an sekundären Kaiserschnitten, jedoch nicht mit einer erhöhten perinatalen Morbidität bei vaginal angestrebten Geburten aus Beckenendlage

, FRABAT Study Group
L Jennewein
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
U Kielland-Kaisen
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
B Paul
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
CJ Möllmann
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
D Brüggmann
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
LM Raddatz
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
S Schulze
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
N Bock
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
W Schaarschmidt
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
M Jörgens
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
,
F Louwen
1  Geburtshilfe und Perinatalmedizin/Goethe Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das klinische Management von Beckenendlagengeburten am Termin ist ein kontrovers diskutiertes Thema unter Geburtshelfern. Klare prädiktive Kriterien für geplante vaginale Steißgeburten sind dringend erforderlich, um fetale und mütterliche Morbidität zu limitieren und die Anzahl elektiver Kaiserschnitte zu reduzieren. Trotz nicht ausreichender Evidenz sieht die Green-Top-Leitlinie ein geschätztes Geburtsgewicht von 3,8 kg oder mehr als Indikation zum Kaiserschnitt. Wir verglichen das maternale und fetale Outcome von vaginal angestrebten Beckenendlagengeburten von Kindern mit einem Gewicht von 2,5 kg – 3,79 kg mit Geburten von Kindern mit einem Geburtsgewicht 3,8 kg – 4,49 kg.

Materialien:

Zwischen Januar 2004 und Dezember 2016 wurde eine prospektive Fall-Kontroll-Studie an 1054 Frauen mit vaginal angestrebter Beckenendlagengeburt durchgeführt.

Methoden:

Das peripartale Outcome wurde zwischen den zwei Geburtsgewichts-Gruppen mittels Pearson's Chi Quadrat Test verglichen.

Ergebnisse:

Die perinatale Morbidität und Mortalität bei Geburten von Neugeborenen mit einem Gewicht von 3,8 kg oder mehr (n = 166) unterscheidet sich nicht signifikant zur Gruppe mit geringerem Geburtsgewicht (n = 888). Vaginal geplante Geburten von Neugeborenen über 3,8 kg endeten signifikant häufiger in sekundären Kaiserschnitten. Die Rate an Geburtsverletzungen der Mütter waren nicht signifikant höher bei vaginalen Geburten von Kindern von über 3,8 kg (n = 91) im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 631).

Zusammenfassung:

Ein fetales Geburtsgewicht von mehr als 3,79 kg sollte nicht als Ausschlusskriterium für eine vaginal geplante Steißgeburt am Termin gesehen werden. Patientinnen sollten bei der Geburtsplanung bei Beckenendlagengeburten am Termin und einem hohen Geburtsgewicht über eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von sekundären Kaiserschnitten aufgeklärt werden.