Die Psychiatrie 2012; 9(01): 4-13
DOI: 10.1055/s-0038-1671754
Schwerpunkt
Schattauer GmbH

Modelle für eine zukunftsfähige psychiatrische Versorgung

Models for a future-compliant mental health care
B. Wilms
1  Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Südharz-Krankenhaus Nordhausen;
,
T. Becker
2  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Universität Ulm;
,
M. Lambert
3  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf;
,
A. Deister
4  Zentrum für Psychosoziale Medizin, Klinikum Itzehoe
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingegangen: 22 December 2011

Angenommen: 29 December 2011

Publication Date:
17 September 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Psychiatrische Versorgungslandschaft steht vor großen Herausforderungen: einerseits steigt die Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Leistungen, andererseits wird auf diesem Hintergrund eine teilweise schon reale und zum Teil noch erwartete Ressour-cenverknappung deutlich. Seit Jahren gibt es Bestrebungen, die Ausgabensteigerung zu begrenzen. Ebenfalls seit Jahren zeigt sich ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, der in der Berufsgruppe der Ärzte vielfach schon spürbar ist, in der Pflege für die nahe Zukunft prognostiziert wird. Hinzu kommt der vielbeschriebene demografische Wandel, der neben einer Zunahme von älteren Nutzern auch mit einer Zunahme an alternden Helfern einhergehen wird. Aufbauend auf diesen Herausforderungen beschreibt der Beitrag die Aspekte, die für ein zukunftsfähiges psychiatrisches Versorgungssystem aus Sicht der Autoren zu bedenken sind und wendet sich dann bestehenden Versorgungsmodellen zu, die als Antwortversuche auf diese Fragestellungen verstanden werden können. Zum Abschluss werden die sich daraus entwickelnden Zukunftsperspektiven umrissen und ein Ausblick auf eine gesundheitsfördernde psychiatrische Versorgungslandschaft gegeben.

Summary

Mental health care in Germany (and elsewhere) faces great challenges: there is an increase in mental health care utilisation, and there is a scarcity of resources. It is likely that pressure on mental health care budgets will increase. Also, there is a lack of highly qualified manpower in the mental health care system, particularly among medical staff. Shortages of nursing staff are predicted for the near future. Demographic change will lead to an increase in elderly mental health service users and in the proportion of elderly carers. Aspects that are important in shaping the future mental health care system are discussed. A number of routine community mental health care and funding models implemented in Germany, e.g. regionalised global (hospital and community mental health) care budget (Itzehoe and other centres), capitation-payment system and assertive community treatment model for people with psychotic disorders (Hamburg) and home treatment and crisis intervention models (various centres) are described. The potential for future community mental health care models is discussed.