Geburtshilfe Frauenheilkd 2019; 79(02): 207
DOI: 10.1055/s-0039-1678365
Kurzvorträge 1: Psychosomatische Geburtshilfe, Mutter – Kind – Gesundheit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Präventiver Kinderschutz – Ergebnisse des Babylotsenprogramms der Charité und Implementation als „Frühwarnsystem“ in allen Berliner Geburtskliniken

C Klapp
1  Klinik für Geburtsmedizin, Virchow Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin
,
L Naif
1  Klinik für Geburtsmedizin, Virchow Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin
,
E Baumhauer
1  Klinik für Geburtsmedizin, Virchow Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin
,
K Erlenmeyer
1  Klinik für Geburtsmedizin, Virchow Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin
,
W Henrich
1  Klinik für Geburtsmedizin, Virchow Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin
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Publication History

Publication Date:
18 February 2019 (online)

 

Einleitung Mit dem Projekt Babylotse (angelehnt an Babylotse Hamburg), gestartet 2012 an der Charité in Berlin als Modellprojekt des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen, wurde ein Anamnesemodul zur systematischen Erfassung psychosozialer Risiken rund um die Geburt angepasst und weiter entwickelt.

Methoden Für jede Frau rund um die Geburt wird ein Screeningbogen (ScrB) mit evaluierten Risikoindikatoren bzgl. Überforderung ausgefüllt. Bei hohem Score wird ein diagnostisches Interview geführt und Belastungen bzw. individueller Unterstützungsbedarf eruiert und ggf. vermittelt.

Ergebnisse Zielführend waren u. a. Fragen nach Partnerschaft und psychischen Erkrankungen. Hinweise des Personals erwiesen sich als wichtige ergänzende Hilfe bei der Erkennung von Familien, die von Frühen Hilfen profitieren würden.

Fragestellung Kann mit dem entwickelten Screeningbogen (ScrB) ein Unterstützungsbedarf zuverlässig entdeckt werden? Welche Belastungsindikatoren sind häufig und welche Probleme sind bei den Familien Grund zur Vermittlung in Frühe Hilfen Systeme? Wie kann dieses Programm berlinweit eingeführt werden?

Schlussfolgerungen Die gute Erreichbarkeit von Familien rund um die Geburt durch eine systematischen Risikoanalyse, sowie die Akzeptanz von gemeinsam mit den Eltern erstellten Unterstützungsplänen kann Überforderung frühzeitig erkennen, Familien rechtzeitig Frühen Hilfen zuführen und ein wichtiger Bestandteil von präventivem Kinderschutz sein. Der Senat GPG in Berlin führt dieses Präventionsprogramm in alle Berliner Geburtskliniken ein und beteiligt sich maßgeblich an den Personalkosten. Zentrale Herausforderung wird bleiben, in den unterschiedlichen Kliniken ein einheitliches System mit hohem qualitativen Niveau zu gewährleisten und zuverlässige Daten zu elterlicher Belastung sowie wirksamer Unterstützung zu erheben.