Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2019; 47(03): 212
DOI: 10.1055/s-0039-1688621
Posterpräsentationen
Klein- und Heimtiere
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wenn Speicheldrüsen verrückt spielen

K Becker
1  Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
,
C Leithäuser
2  EVIDENSIA Tierärztliche Klinik für Kleintiere Norderstedt GmbH
,
W Baumgärtner
1  Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 June 2019 (online)

 

Einleitung:

Ein 12-jähriger Jack Russell Terrier zeigte Gewichtsverlust, Inappetenz und vermehrtes Speicheln. Beide Mandibularspeicheldrüsen waren geschwollen, wurden operativ entfernt und zur histologischen Befundung eingesandt. Der Hund wurde ca. 1 Monat nach der Operation euthanasiert, da sich sein Zustand nicht besserte.

Material und Methoden:

Die formalinfixierten Speicheldrüsen wurden histologisch mittels Hämatoxylin-Eosin-Färbung untersucht. Nach der Euthanasie wurde der Hund obduziert und die Gewebeproben ebenfalls histologisch untersucht.

Befunde:

Die rechte Mandibularspeicheldrüse wies eine geringgradige interstitielle Entzündung auf. Die linke zeigte klar begrenzte, ganze Drüsenläppchen betreffende Nekrosen. Zusätzlich waren eine hochgradige Dysplasie sowie squamöse Metaplasie des Gangepithels vorhanden. Diese sowie die Nekrosen wurden von mittel- bis hochgradigen Fibroblastensprossungen begleitet. In der Sektion zeigte der Hund eine hochgradige Abmagerung sowie eine mittel- bis hochgradige Atrophie der Skelettmuskulatur. Histologisch war in den Mandibularlymphknoten eine mittelgradige Fibrose nachweisbar.

Schlussfolgerung:

Die bei dem Hund nachgewiesenen klinischen sowie histologischen Veränderungen sprechen für eine nekrotisierende Sialometaplasie.