CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2020; 99(S 02): S328
DOI: 10.1055/s-0040-1711925
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Pädiatrische HNO-Heilkunde

Case report: Ein ungewöhnlicher Fall von kindlicher Hörstörung

JF Wollschlaeger
1  Helios Klinikum Berlin Buch, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Kommunikationsstörungen, Berlin
,
S Wendt
2  Helios Klinikum Berlin Buch, Helios Klinikum Berlin Buch, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Kommunikationsstörungen, Berlin, Deutschland, Berlin
,
M Bloching
1  Helios Klinikum Berlin Buch, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Kommunikationsstörungen, Berlin
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Einleitung Eine HNO-ärztliche Vorstellung von Kindern erfolgt insbesondere im ambulanten Sektor häufig im Rahmen von Schallleitungshörstörungen. Häufigere Ursachen stellen hier im Kindesalter Paukenergüsse, Trommelfellperforationen und bereits seltener Cholesteatome dar. Im August 2019 erfolgte die Vorstellung einer 5-jährigen Patientin mit laut Eltern subjektiv kongenital bestehender Hypakusis links in unserer Klinik.

Kasuistik Es erfolgte die ausführliche Erhebung einer Anamnese, die klinischen Untersuchung sowie die audiologische Funktionsdiagnostik. Die Ohrmikroskopie zeigte einen blanden Befund. Im Tonaudiogramm zeigte sich linksseitig eine kombinierte Schwerhörigkeit mit einem Air-Bone-Gap von bis zu 40 dBHL bei 0.5 kHz und einer Knochenleitung von 45 bis 50 dBHL von 0.5 bis 4 kHz inklusive einer Senke von 70 dBHL bei 2 kHz bei rechtsseitiger Normakusis. Im Rahmen einer explorativen Tympanoskopie zeigte sich eine nicht-obliterierende Otosklerose mit folgender Insertion einer Stapesprothese. Nach Detamponade am siebten postoperativen Tag zeigte sich Tonaudiographisch ein nunmehr vorhandenes Air-Bone-Gap von maximal 15 dB bei 0.5 kHz und in den sonstigen Frequenzen von 5 dBHL bei einer Knochenleitung von 5 bis 25 dBHL zwischen 0.5 und 4 kHz.

Diskussion und Schlussfolgerung: Eine präoperative CT der Felsenbeine erfolgte aufgrund des jungen Alters der Patientin nicht, wäre aber möglicherweise ein erster Schritt zur Diagnosefindung gewesen, obgleich eine Beurteilung der Schwingungsfähigkeit der Gehörknöchelchenkette hierdurch nicht möglich ist. Auch in jungen Jahren sollte eine Otosklerose als potentielle Differentialdiagnose einer Schallleitungsstörung bedacht werden, insbesondere da diese bei gleichzeitig vorhandenem Paukenerguss zunächst übersehen werden kann.



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10 June 2020 (online)

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