Z Gastroenterol 2020; 58(08): e164
DOI: 10.1055/s-0040-1716172
BEST Abstracts DGVS: Publikationen

Eine Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren ist bei Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom und Behandlung mittels transarterieller Chemoembolisation mit einer erhöhten Mortalität assoziiert

L Sturm
Uniklinik Freiburg, Klinik für Innere Medizin II, Freiburg, Deutschland
,
L Muller
Uniklinik Freiburg, Klinik für Innere Medizin II, Freiburg, Deutschland
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M Schultheiß
Uniklinik Freiburg, Klinik für Innere Medizin II, Freiburg, Deutschland
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Huber JP
Uniklinik Freiburg, Klinik für Innere Medizin II, Freiburg, Deutschland
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R Thimme
Uniklinik Freiburg, Klinik für Innere Medizin II, Freiburg, Deutschland
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D Bettinger
Uniklinik Freiburg, Klinik für Innere Medizin II, Freiburg, Deutschland
› Author Affiliations
 

Einleitung In den letzten Jahren konnten mehrere Studien Assoziationen einer Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) mit einer erhöhten Inzidenz von Komplikationen und sogar einer erhöhten Mortalität bei Patienten mit Leberzirrhose zeigen. Bisher gibt es keine Daten zu dem möglichen Einfluss einer PPI-Therapie bei Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC).

Ziele Vor diesem Hintergrund war es Ziel unserer Studie, den prognostischen Effekt einer PPI-Therapie in einer Kohorte von HCC-Patienten, die mittels transarterieller Chemoembolisation (TACE) behandelt wurden, zu untersuchen.

Methodik N = 358 Patienten mit einem HCC, die erstmalig eine Behandlung mittels TACE erhielten, wurden in eine retrospektive Analyse eingeschlossen. Wir untersuchten Effekte einer PPI-Therapie mittels uni- und multivariabler Regressionsmodelle.

Ergebnis 167 der 358 Patienten (46,6%) erhielten eine Therapie mit PPI. Das mediane transplantfreie Überleben nach TACE war bei Patienten mit einer PPI-Therapie gegenüber Patienten ohne eine PPI-Therapie signifikant geringer (16 Monate vs. 26 Monate, p = 0.006). Dabei blieb eine PPI-Therapie auch nach Miteinbeziehung anderer prognostischer Faktoren wie Alter, Tumorstadium und Leberfunktion ein unabhängiger prognostischer Faktor für das Überleben. Für die Assoziation der PPI-Therapie mit dem reduzierten Überleben bestand eine Dosisabhängigkeit: Mit steigender PPI-Tagesdosis nahm die Mortalität der Patienten signifikant zu (p = 0.01). Auch dieser Effekt blieb nach Berücksichtigung anderer prognostischer Faktoren bestehen. Bemerkenswerterweise lag bei 58,1% der Patienten mit einer PPI-Therapie keine eindeutige Indikation hierfür vor.

Schlussfolgerung Die vorliegende Studie zeigt, dass eine PPI-Therapie mit einem signifikant reduzierten Überleben bei HCC-Patienten nach erstmaliger TACE assoziiert ist. Die Indikation für eine Behandlung mit PPI sollte daher bei dieser Patientengruppe sorgfältig geprüft werden. Weitere, prospektive Studien sind notwendig, um die Ergebnisse dieser Studie zu validieren.



Publication History

Article published online:
08 September 2020

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