JuKiP 2016; 05(01): 1
DOI: 10.1055/s-0041-109607
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Editorial

Martina Gießen-Scheidel
,
Katrin S. Rohde
,
Eva-Maria Wagner
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Publication Date:
05 February 2016 (online)

Die Wissenszirkulation zwischen der Pflegepraxis und Pflegewissenschaft braucht die Kommunikation aller Akteure, die sich um die Gesundheitsversorgung kümmern.

Was bringt Wissen, zu dem niemand Zugang hat? Oder eine Informationsflut, die nicht mehr überblickt werden kann?

Pflegende in der Praxis setzen ihr theoretisches Wissen, das durch ihr praktisches Erfahrungswissen komplementiert wird, im Sinne einer patienten- und familienorientierten Pflege um. Oft werden sie jedoch bei der Implementierung von neuem Wissen in die Praxis allein gelassen oder aufgefordert, das neueste Wissen selbstverständlich und ohne Unterstützung oder Begleitung umzusetzen. So werden gut gemeinte und innovative Praxisprojekte oft nicht oder nur teilweise erfolgreich umgesetzt.

Im Alltag und in der Wissenschaft gibt es in unserer Wissensgesellschaft stets neue Informationen. Die Pflegewissenschaft ist ein wesentlicher Teil der sich vollziehenden Professionalisierung und damit auch Emanzipation der Pflegeberufe. Zeitschriften wie die JuKiP tragen dazu bei, dass das produzierte Wissen in gut zugänglicher Form aufbereitet und damit zugänglich gemacht wird. Der Weg in die Praxis ist damit noch nicht vollzogen, aber die Wissensbestände können eingesehen, leichter verlinkt und miteinander kommuniziert werden. Zudem gibt es mittlerweile auch mehr und mehr Organisationen wie beispielsweise Krankenhäuser, die Journal Clubs und Fortbildungen anbieten oder eine pflegewissenschaftliche Abteilung haben, die praxisrelevante Fragen wissenschaftlich diskutieren, beantworten helfen und Wege suchen, diese Erkenntnisse entsprechend umzusetzen. Kolleginnen und Kollegen aus der Pflegepraxis und -wissenschaft haben somit die Möglichkeit, pflegerische Handlungsfelder zu festigen, das Handeln evidenzbasiert zu begründen und zu verändern. Demzufolge braucht die Wissenszirkulation zwischen Pflegepraxis und Pflegewissenschaft die Kommunikation aller Akteure, die sich um die Gesundheitsversorgung kümmern.

In diesem Sinne möchten wir Sie einladen, Ihre Gedanken zur Weiterentwicklung der Pflege miteinander zu teilen und sich gern auch an uns zu wenden, wenn Sie eine Innovation, ein pflegerisches Konzept oder Ähnliches vorstellen oder kritisch diskutieren wollen. So können die Erkenntnisse der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege geteilt und die Wissenszirkulation in ihrer fließenden Verzahnung von Theorie und Praxis greifbar gemacht werden.

Viel Freude beim Lesen des CNE Schwerpunkts zur Wissenszirkulation und der vielen anderen spannenden Artikel und Informationen wünschen

Martina Gießen-Scheidel, Katrin S. Rohde, Eva-Maria Wagner