Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2021; 49(02): 155
DOI: 10.1055/s-0041-1723904
Abstracts
DVG

Untersuchungen der Neurotransmitter-Ausscheidung in kaninen Urinproben

T Schmidt
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
,
S Meller
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
,
RMA Packer
2  Department of Clinical Science and Services, Royal Veterinary College, Hatfield, UK
,
HA Volk
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
 

Hintergrund Veränderungen im Neurotransmittersystem stehen in Zusammenhang mit zahlreichen psychischen und neurologischen Erkrankungen. In der Humanmedizin werden Patienten routinemäßig auf Neurotransmitter-Imbalance im Urin getestet. Der Neurotransmitter Serotonin stellt beim Menschen beispielsweise einen Biomarker für Depressionen dar. Auch in der Veterinärmedizin ist eine Analyse des kaninen Serotonin-Serumspiegels möglich, um Ursachen von Verhaltensstörungen abzuklären.

Ziel In dieser Studie wurde untersucht, ob es Unterschiede in der Neurotransmitter-Ausscheidung im Urin bei unterschiedlichen kaninen Merkmalsgruppen gibt und eine Korrelation mit dem Verhaltensprofil vorliegt. Ziel ist die Etablierung eines nicht invasiven Diagnostikverfahrens, bei dem charakteristische Neurotransmitter-Abweichungen als potenzielle Biomarker für Verhaltensauffälligkeiten verwendet werden.

Methoden Im Rahmen der Studie wurden Urinproben von 100 Hunden gesammelt, die aus einer Kontrollgruppe mit gesunden Tieren sowie einer Versuchsgruppe mit verhaltensauffälligen Tieren bestanden, die in ihrem Alter und ihrer Rasse übereinstimmten. Die Quantifizierung der Neurotransmitterspiegel erfolgte mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatografie Triple-Quadrupole-Massenspektrometrie-Technologie. Das Verhaltensprofil der Hunde wurde über einen aus zuvor validierten Fragebögen (C-BARQ, ADHD-RS, DPQ, CCDR) zusammengesetzten standardisierten Online-Fragebogen ermittelt.

Ergebnisse und Fazit Männliche Tiere wiesen bei den Neurotransmittern Histamin (p = 0,0423) und Dopamin (p = 0,0258) höhere Konzentrationen auf. Zudem konnte eine positive Korrelation zwischen dem Alter der Hunde und den Neurotransmitter-Spiegeln von Norepinephrin (p = 0,0016) und Dopamin (p = 0,0177) festgestellt werden. Erste Resultate zeigen keine Korrelation der ausgeschiedenen Neurotransmitter mit dem Verhaltensprofil der Hunde in der gesamten Studienpopulation.



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Publication Date:
26 April 2021 (online)

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